Hollande verhängt Ausnahmezustand und schließt die Grenzen
AFP – vor 5 Minuten
Bei fast zeitgleichen Anschlägen an sieben Orten in Paris
sind mehr als hundert Menschen getötet worden. Rund hundert Tote gab es
allein bei einer Geiselnahme in einer Konzerthalle im Nordosten der
französischen Hauptstadt. Die Polizei
stürmte das Gebäude. Präsident François Hollande sprach von "bisher nie
dagewesenen Terrorangriffen", verhängte den Ausnahmezustand für ganz Frankreich und ließ die Grenzen schließen.
In der französischen Hauptstadt hatte es am Abend mehrere Schießereien und eine Geiselnahme in der Konzerthalle Bataclan gegeben. In der Nähe des Fußballstadions Stade de France im Norden von Paris, wo gerade die Nationalmannschaften von Deutschland und Frankreich gegeneinander spielten, ereigneten sich mehrere Explosion. Mindestens eine von ihnen wurde von einem Selbstmordattentäter ausgelöst, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. 50 Verletzte schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.
Kurz nach Mitternacht stürmten Einsatzkräfte der Polizei die Konzerthalle Bataclan, wo die Geiselnahme zu diesem Zeitpunkt noch andauerte. 1500 Menschen waren in der Halle. Nach dem Ende des Einsatzes verlautete aus Ermittlerkreisen, es habe in der Halle rund hundert Tote gegeben. Drei mutmaßliche Terroristen seien getötet worden. Ein Augenzeuge berichtete im Radiosender France Info, die Angreifer hätten "Allah Akbar" (Gott ist groß) gerufen und "voll in die Menge geschossen".
Wer hinter der Geiselnahme steckte und wie viele Menschen in der Halle waren, war zunächst unbekannt. Die Konzerthalle liegt nur etwa 200 Meter von der früheren Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" entfernt, die Islamisten im Januar angegriffen und dabei und bei ihrer Flucht zwölf Menschen getötet hatten.
Hollande sagte, er habe "alle möglichen Einsatzkräften mobilisiert", um "die Terroristen zu neutralisieren" und die Sicherheit in den betroffenen Stadtvierteln wieder herzustellen. Er habe zudem militärische Verstärkung für den Ballungsraum Paris angefordert, um weitere Anschläge zu verhindern. "Es gibt mehrere Dutzend Tote und Dutzende Verletzte. Es ist ein Grauen", fügte er hinzu.
Hollande war noch vor Ende des Fußballspiels aus dem Stadion im Norden von Paris in Sicherheit gebracht worden und richtete im Innenministerium einen Krisenstab ein. Die Zuschauer wurden aus drei Ausgängen geleitet. Hunderte Zuschauer hatten sich nach dem Abpfiff zunächst auf den Rasen begeben und dort ausgeharrt.
Die Polizei und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo forderten alle Pariser auf, zu Hause zu bleiben. Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Die Krankenhäuser in Paris setzten einen Notfall- und Krisenplan in Kraft. Fünf Metro-Linien wurden unterbrochen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich "tief erschüttert" über die Gewalt. "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris", erklärte Merkel. Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der französischen Regierung und habe ihr die Anteilnahme und Solidarität der Menschen in Deutschland übermittelt.
Bundesaußenminister Frank-Walter
Steinmeier (SPD), der neben Hollande im Stadion gesessen hatte, zeigte
sich "entsetzt und erschüttert". "Wir stehen an der Seite Frankreichs",
erklärte er im Onlinedienst Twitter. Auch Fußball-Bundestrainer Joachim
Löw zeigte sich in der ARD "erschüttert und schockiert" über die
Anschläge. Teammanager Oliver Bierhoff sagte, auch die Spieler seien
geschockt.
US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschlagsserie als "einen
Angriff auf die ganze Menschheit und unsere universellen Werte". Bei
einer kurzen Ansprache im Weißen Haus bot er Frankreich die Hilfe seines
Landes an, um "die Terroristen vor Gericht zu bringen". Auch der
britische Premierminister David Cameron zeigte sich schockiert.

Unfassbar!!!!!!
AntwortenLöschen128 Tote, viele noch in Lebensgefahr. Ungefähr 200 Verletzte. Es ist wirklich unfassbar. Die Welt zeigt Solidarität. Immer mehr Länder strahlen berühmte Gebäude in den französischen Nationalfarben an...
AntwortenLöschenAus Solidarität mit Frankreich nach der Anschlagserie in Paris ist die gewaltige Antenne des New Yorker One World Trade Center in den französischen Nationalfarben erstrahlt. Neben den USA zeigt sich auch Kanada solidarisch mit Frankreich. Der CN Tower in Toronto erstrahlt nach den Anschlägen in Paris in den französischen Nationalfarben blau, weiß und rot. Mexiko gedenkt der Opfer
Auch das Senatsgebäude in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt ist in die Farben Blau, Weiß und Rot getaucht.
"Nous Sommes Unis (Wir sind vereint)" am 14.11.2015 neben einem Eiffelturm, dargestellt als Friedenszeichen, an die Fassade der Französischen Botschaft in Berlin projiziert.
In Paris selbst wurden die Lichter des Eiffelturms nach den Anschlägen gelöscht.