Wie sich Twitter-Nutzer über Pegida-Parolen lustig machen
Von Sascha Auricherschienen am 29.12.2014
Chemnitz. Wer die Lawine losgetreten hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Vermutlich Insa aus München - Twittername @inschka
- die am Sonntag um 5.50 Uhr schrieb: "Ich habe ja nichts gegen Schnee,
aber er soll halt nicht hier liegen." Entscheidend war, was sie hinter
diesen Satz tippte: das Hashtag #schneegida.
Die Twitter-Gemeinde war sofort begeistert: Den Wintereinbruch in
Deutschland mit der angeblich drohenden Islamisierung des Abendlandes zu
vergleichen - eine ziemlich coole Form der Pegida-Parolen-Parodie.
Tausende taten es @inschka nach: "Dafür bin ich 89 nicht Schlitten gefahren!", empörte sich @marcbiskup, "Ich bin gegen die Eislamisierung unserer Städte!", schrieb @philippsteuer. Am Montag landete #schneegida dann auf Platz eins der angesagtesten Schlagworte bei Twitter.
Die Witze kamen nicht bei jedem Nutzer gut an: "Verstehe nicht, warum
menschenfeindliche Argumentationsmuster lustig sein sollen, wenns um
Schnee statt Ausländer geht", schrieb Christopher Lauer alias @schmidtlepp,
prominentes Ex-Mitglied der Piratenpartei. Wenn es um Pegida geht,
verstehen manche eben keinen Spaß. Kann man auch irgendwie verstehen.