
Zehn Monate nach dem Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» ist die französische Hauptstadt Paris erneut
von einer Reihe von Angriffen erschüttert worden. Der Sender BFMTV
berichtete von mindestens 60 Toten. Die französische Nachrichtenagentur
AFP hatte zunächst unter Berufung auf die Polizeipräfektur von
mindestens 18 Toten berichtet. Ein Schauplatz war das Fußballstadion
Stade de France, wo die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Zudem wurden den Angaben zufolge in einem Konzertsaal Geiseln genommen. Nach der Gewaltwelle in Paris hat
Präsident François Hollande den Ausnahmezustand verhängt. Außerdem
kündigte er am Freitagabend eine Schließung der Grenzen an.
Hollande begab sich umgehend ins Innenministerium. Er verfolge dort gemeinsam mit Ressortchef Bernard Cazeneuve die Lage, teilte der Élyséepalast auf Twitter mit. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der das Fußballspiel neben Hollande im Stadion verfolgte, zeigte sich entsetzt. «Wir stehen an der Seite Frankreichs», sagte Steinmeier.
Ein Polizeisprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur Schüsse im Osten der Hauptstadt, nannte aber zunächst keine Details. Auch zur Zahl der Opfer wollte er sich nicht äußern.
Er sprach von Zwischenfällen im Bereich des Stadions Stade de France. Dort waren in der ersten Halbzeit mehrere Explosionsgeräusche zu hören. Zunächst wusste aber niemand, worum es sich dabei handelte. Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Partie in Saint-Denis machten erste Gerüchte von Bombenexplosionen die Runde. Dort sollen drei Menschen ums Leben gekommen sein.
Hubschrauber kreisten über dem Stadion. Hinaus kam zunächst keiner mehr, mit einem Sicherheitsband war das Stadion abgeriegelt. Später durften Menschen aber doch das Stadion verlassen, anders als sonst nach Fußballspielen verließen sie zügig das Gelände.
Fußballfans unter Schock
Bundestrainer Joachim Löw
reagierte mit großer Bestürzung und Betroffenheit auf die Ereignisse.
«Wir sind alle erschüttert und schockiert», sagte Löw in der ARD nach
der 0:2-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen
Frankreich. «Für mich tritt der Sport oder die Gegentore in den
Hintergrund.» Teammanager Oliver Bierhoff sprach von «großer
Unsicherheit, großer Angst und großer Betroffenheit» auch in der
deutschen Kabine.
Stadionbesucher Samuel Gagnet (28) sagte beim Verlassen der Arena:
«Meine Familie hat mich angerufen und mich informiert, weil sie sich
Sorgen gemacht haben. Sie wollten wissen, ob alles in Ordnung ist.»In Frankreich galten bereits vor den Anschlägen seit diesem Freitag wieder verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Wegen «terroristischer Gefahr» und «Risiken für die öffentliche Ordnung» hatte die Regierung auch beschlossen, vor der Weltklimakonferenz die Grenzkontrollen wieder aufzunehmen. Die Klimakonferenz, zu der zahlreiche Spitzenpolitiker aus aller Welt erwartet werden, beginnt am 30. November.
Sitzen hier und sind ganz fassungslos. Schauen uns alle Berichte an.
Da bekommt man den Geschmack warum die Syrier flüchten und wovor. LG
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