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Sonntag, 8. Februar 2015

Problem Hundehaufen: Bürgermeister hat genug

Problem Hundehaufen: Bürgermeister hat genug  

CF - Problem Hundehaufen: Bürgermeister hat genug  


In Lemshausen in Niedersachsen gibt es ein stinkendes Problem: Hundehalter räumen offenbar den Kot ihrer Tiere einfach nicht weg, sodass die 282 Einwohner Gefahr laufen, in die ein oder andere Tretminen zu treten . Nun zieht der Bürgermeister andere Saiten auf – und droht den Bürgern, die die Hundehaufen liegen lassen, mit Knast. Das Ganze hat Friedrich-Wilhelm Brandt nun unter dem Titel "Ärgernis Hundekot" im Amtsblatt öffentlich gemacht.


Hunde-Ausscheidungen seien demnach eine "Ordnungswidrigkeit": "Unter Umständen kann sogar ein Straftatbestand gegeben sein, der nach den entsprechenden Vorschriften des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe belegt werden kann." Sollten dem Bürgermeister derartige Fälle zu Ohren kommen beziehungsweise angezeigt werden, so werde er die entsprechenden Verfahren einleiten.
Seit dieser Ankündigung sei Lemshausen laut der "Bild" in Hundehalter und "Häufchen-Feinde" gespalten. "Der regt sich über Hundehaufen auf, und seine Tauben scheißen dem Nachbarn auf den Kopf", erklärt ein Anwohner im Gespräch mit dem Blatt. Eine andere Quelle wettert hingegen, dass nun ein Klima der Angst im Dorf herrsche. Befürworter der Ankündigung ereifern sich indessen und betonen: "Die Hunde scheißen uns in den Garten, Tretminen vor der Haustür und am Haus lang. Jetzt ist der Haufen morgens tiefgefroren, doch wenn es wärmer wird, stinkt's zum Himmel."
Doch wieso hat der Bürgermeister diese drastischen Schritte für Hundehalter überhaupt angeordnet? "Es kamen viele Beschwerden von Anwohnern. Besonders hinter dem Bushäuschen ist die Verschmutzung durch Hundekot bisweilen enorm", so Brandt im Gespräch mit der "Bild". Freunde hat er sich mit dieser Aktion jedoch weniger gemacht – im Gegenteil: "Die Leute stehen mit Hund an der Leine bei mir vor dem Haus, reden und zeigen mit Fingern auf mein Haus. In den sozialen Netzwerken werde ich massiv angegangen."
Bild Copyright: Thinkstock

Es stinkt wirklich zum Himmel.....Frösche dürfen nicht quaken, Hähne nicht krähen und Hunde nicht bellen und für die Notdurft der Hunde darf der Besitzer den Kot entfernen. Auf der anderen Seite gibt es die Biokultur. Na ja.... wir haben ja den Kunstdünger und somit sollte die Pharmaindustrie den Kunstkot erfinden. Eine Tablette ins Futter und schon kackt der Hund Würste mit Feilchenduft.

Düngen in der Landwirtschaft

Wellness - Aromatherapie oder frische Landluft

  "Urlaub auf dem Bauernhof", "Gesunde Landluft" - was den Einen erfreut empfindet der Andere als Geruchsbelästigung. Überall wo Nutztiere gehalten werden, fällt auch Gülle und Kot an. Also kein Steak, kein Schnitzel und kein halbes Hähnchen, aber auch kein Schluck gesunde Frischmilch ohne das Anfallen dieser unschönen Stoffwechselprodukte. Solange die Tiere auf der Weide stehen fällt Gülle und Kot in "kleinen" Mengen an, die über eine große Fläche und über einen langen Zeitraum  ausgebracht werden. Es kommt zu keiner Geruchsbelästigung. Erst wenn die Tiere in den Stallungen stehen oder wenn es sich um Mastbetriebe handelt wird die Entsorgung der anfallenden Gülle und Kot zu einem Problem.
Da diese "Abfälle" sehr Nährstoffreich sind (insbesondere Reich an Nitraten) bietet es sich doch an, Gülle und Kot wieder als Dünger auf die Felder auszubringen. Der perfekte Stoffkreislauf.
Karikatur eines unter Güllegestank leidenden Mannes
  Stoffkreislauf hin oder her - Gülle ist sehr geruchsintensiv, besser gesagt: Gülle stinkt! Daher unterliegt das Ausbringen der Gülle auch gewissen Regeln.
Der Nährstoffbedarf der Felder muss ermittelt werden.
Die Gülle muss auf dem Feld verbleiben, darf also nicht direkt in einen Vorfluter einfließen oder durch ein Regenereignis umgehend von dem Feld abgespült werden.
Die Regeln und Anforderungen sind in der Düngemittelverordnung (s. folgenden Auszug) zusammengefasst:
Verordnung über die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis beim Düngen (Düngeverordnung - DüV)
"Düngeverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. Februar 2007 (BGBl. I S. 221)"
§ 3 Grundsätze für die Anwendung
  • § (5) Das Aufbringen von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln mit wesentlichen Nährstoffgehalten an Stickstoff oder Phosphat darf nicht erfolgen, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder durchgängig höher als fünf Zentimeter mit Schnee bedeckt ist. Abweichend von Satz 1 dürfen Kalkdünger nach Anlage 1 Abschnitt 1 der Düngemittelverordnung mit einem Gehalt von weniger als 2 vom Hundert Phosphat (P2O5) auf gefrorenen Boden aufgebracht werden.
§ 4 Zusätzliche Vorgaben für die Anwendung von bestimmten Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten oder Pflanzenhilfsmitteln
  • § (2) Wer Gülle, Jauche, sonstige flüssige organische oder organisch-mineralische Düngemittel mit wesentlichen Gehalten an verfügbarem Stickstoff oder Geflügelkot auf unbestelltes Ackerland aufbringt, hat diese unverzüglich einzuarbeiten.
  • § (5) Düngemittel mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff, ausgenommen Festmist ohne Geflügelkot, dürfen zu den nachfolgend genannten Zeiten nicht aufgebracht werden:
  1.  
    1. auf Ackerland vom 1. November bis 31. Januar,
    2. auf Grünland vom 15. November bis 31. Januar.

Also lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Landwirte dürfen Gülle auf ihren Feldern wieder ausbringen. Die Ausbringung soll zu frostfreien und niederschlagsfreien Zeiten erfolgen. Die Landwirte sind aber auch verpflichtet, die ausgebrachte Gülle umgehend einzuarbeiten. Hier ist noch anzumerken, dass sich die Geruchsbelästigung in Menden noch relativ gering darstellt. Schlimm ist es in den Regionen, wo intensive Massentierhaltung betrieben wird. So riecht man auf der Bundesautobahn 1 schon, wann man den Landkreis Vechta erreicht hat. Eine Ausschilderung ist hier gar nicht mehr notwendig.
Soweit sich Anhaltpunkte ergeben, dass gegen die Düngeverordnung bzw. gute fachliche Praxis verstoßen wird, kann sich der Bürger auch an die Landwirtschaftskammer NRW; Kreisstellen Märkischer Kreis/Ennepe-Ruhr, Ruhr-Lippe; Telefon 02303/96161-0 wenden, oder aber bei extremen Belästigungen an die Mendener Ordnungsbehörde.

http://www.menden.de/lim/ue/ll/duengen.php 

7 Kommentare:

  1. Das ist so deutsch, zum piepen. Aber Hut ab vor Menden. Glückwunsch zum Humor und den roten Faden nicht zu verlieren.

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  2. Sehe ich genau so. Menden kenne ich. Hut ab, es auf den Punkt zu treffen.

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  3. Also könnte es zu einem Umdenken kommen. Wir sind alle erzogen , dass Hundekot Ibääääh ist.

    Urin mag kein Tier auf dem Futter? Der Mensch schon gar nicht?
    Klingt plausibel... Die Vorstellung ist ekelerregend. Wiesen (die zu Heu werden) und Gemüse wird aber auch mit Urin versetzt. Die Bauern düngen mit "Gülle/Odel", also dem Urin von Kühen oder anderen Tieren. Trotzdem essen alle Leute dieses Gemüse und verfüttern das betroffene Heu... Nur bei Frischnahrung wird plötzlich aufgeschrien... Ganz abgesehen davon, dass Kaninchen auch gerne ins Heu oder ans Frischfutter pinkeln... Auch ekelerregend...

    Hundekot ist eine gewisse Gefahr als Überträger von Würmern (und nur als Überträger von Würmern!), andere Gefahren gibt es nicht. Schon wenige Zentimeter vom Kot weg sind Kräuter und Gräser wurmeifrei ... das ist etwas, was man vom Gemüse an der Gemüsetheke nicht so sicher sagen kann, ansonsten gäbe es nicht immer wieder die Fälle, wo Menschen, welche nur in den großen Discountern sammeln gehen, ab und an mal sich auch Darmwürmer holen.

    Es geht noch weiter ... alle wildlebenden Pflanzen, auch die auf Hundewiesen, sind aufgrund der Lebensgemeinschaften, in denen sie artgerecht leben, deutlich robuster und bilden deutlich mehr Wirkstoffe wie das, was man an der Gemüsetheke sich kaufen kann. Viele dieser Wirkstoffe helfen, Darmparasiten zu schwächen, so daß unsere Haustiere mit ihnen locker fertig werden können - ohne Medikamente!
    Eigentlich ärgern nur die Tretmienen uns beim Laufen. Also muss man in der Stadt umdenken. Auch wer barfuß durch den Garten will ebenfalls. Aber es ist die gleiche Kacke wie die Gülle.

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  4. Habe noch was vergessen...Guten Appetit....

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  5. Irgendwie ist mir der Appetit vergangen. Bei mir im Vorgarten machen viele fremde Hunde einen Haufen. Es ist nur ärgerlich. Muss den Mist auch noch weg machen.

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  6. In Spanien machen sie das mit dem Gartenschlauch . Da wird auch Pferdemist in die Erde eingearbeitet. Wer das nicht kann, muss sich dann einen Zaun basteln oder es gibt auch Schilder...wie Rasen betreten verboten..... Hunde die genau das machen wie oben auf dem Foto.

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  7. Nicht vergessen dem Bürgermeister zu gratulieren für seinen Übereifer.

    LG

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