Erstellt 13.02.2015
Mit Opa Pfeife spielen - heute pädagogisch undenkbar.
Foto: imago/Schöning
Als Eltern überlassen wir heute nichts dem Zufall:
Unsere Kinder tragen den ersten Helm auf dem Laufrad, gehen nicht in die
Sonne ohne Sunblocker und wir wissen wirklich IMMER, wo die Kleinen
gerade sind. Die Welt ist schließlich gefährlich! Dabei vergessen wir
manchmal: Als wir selbst klein waren, hat sich niemand über solche Dinge
einen Kopf gemacht. Groß geworden sind wir trotzdem.
Hier ein paar erzieherische „Todsünden“, die damals einfach normal waren:
1. Unterwegs ohne Aufsicht
Geht
raus zum Spielen! Alles klar: Man schnappte sich nach dem Mittagessen
zwei Freunde und kam im besten Fall erst zum Abendessen zurück. Wo man
war? Hier und dort in der Nachbarschaft. So genau brauchten die Eltern
das nicht zu wissen. Heute finden verabredete Spieledates entweder unter
Aufsicht statt oder das Kind muss sich regelmäßig per Handy melden.
Wehe, es ist nicht an der vereinbarten Zeit zuhause – Panik!
Wer
erinnert sich nicht an die unzähligen Abende im Wohnzimmer, die man als
Kind zwischen den qualmenden Eltern verbracht hat. Ganz zu schweigen
von den Autofahrten, bei denen man schön regelmäßig eine voll dosierte
Rauchdosis abbekam. Wer sich heute draußen im Freien schon in der Nähe
des Kinderwagens eine Zigarette ansteckt, erntet einen Todesblick von
den Eltern.
Schock schwere Not! Was machen denn die Kinder da?!
Foto: imago/Paul von Stroheim
3. Radfahren ohne Helm
Rauf
aufs Rad, der Freund schwingt sich auf den Gepäckträger - und los ging
die wilde Fahrt. Natürlich ohne Helm oder Schützer. Heute tragen bereits
Einjährige, die im Schneckengang auf ihrem Laufrad entlangwackeln,
TÜV-geprüfte Superhelme. Bald sind bestimmt auch Bobbycar-Fahrer dran.
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4. Draußen ohne Sonnenschutz
Sommerzeit
gleich Sonnenbrandzeit. Wer kennt sie nicht, die glühend roten
Schultern und verbrannten Näschen. Kein Wunder, die ab und zu
aufgetragene Sonnencreme hatte ja höchstens Lichtschutzfaktor zehn.
Heute verlässt kein Kind das Haus ohne Schatten werfende Kopfbedeckung
und Sunblocker Faktor 50. Wenn es überhaupt in die Sonne darf.
5. Ohne Gurt im Auto
Lange
Autofahrten waren ja schon langweilig genug. Gut, dass man im Auto
wenigstens herumturnen konnte: Schön ausstrecken auf der Rückbank, dösen
im Fußraum und Quatsch machen im Kofferraum. Der Gurt war da auch mal
Nebensache. Heutige Kinder sitzen bewegungslos festgezurrt mit
Sicherheitsbügel im Kindersitz – und wehe, einer versucht, sich
abzuschnallen!
Wo sind eigentlich die Kaugummiautomaten von damals hin?
Foto: imago/Barbara Kirchhof
6. Süßigkeiten jeden Tag
Zum
Pausenbrot gab’s Capri-Sonne, das Calcium brachte die Milchschnitte und
auf dem Nachhauseweg noch beim Kaugummi-Automaten Halt machen. Heutige
Kinder würden da, nach Meinung ihrer Eltern, wohl direkt ins Zuckerkoma
fallen. Willst du nicht lieber eine Dinkelstange, Schatz?
7. Leben ohne Hygiene-Spray
Auch
wenn die Schnupfennase lief, man teilte sich trotzdem die Limo und das
Pausenbrot. Oder was man so an den Sträuchern an Essbarem fand.
Verschmierte Hände wurden fix an der Hose abgewischt. Die Eltern
erinnerten zwar manchmal ans Händewaschen, aber niemand rannte mit
Hygienespray und Feuchttüchern hinter einem her.
Plastikspielzeug? Bitte nicht! Könnte ja toxisch sein.
Foto: imago/Westend61
8. Spielzeug ohne TÜV-Siegel
Ob
Barbie, Plastik-Spielturm oder Billig-Stofftier: Spielzeug war einfach
Spielzeug und wurde ohne vorherige Elterninspektion benutzt. Heute kommt
kaum ein Spielgerät in Kinderhände, ohne dass vorher Material,
Gütesiegel und Herstellungsbedingungen gecheckt wurden. Komm, wir bauen
einen Turm aus farblosen Holzklötzen!
9. Alleine zuhause
Wenn
Mama noch kurz was einkaufen musste, die Kneipe rief oder die Nachbarn
eingeladen hatten, dann blieben die Kinder einfach mal allein zuhause.
Nummer lag am Telefon, was sollte schon passieren. Heute treibt allein
die Vorstellung von kurzzeitig verlassenen Kids jungen Eltern den
Angstschweiß auf die Stirn. Den Kindern übrigens auch.
10. Waffen im Kinderzimmer
Zack,
der Stein saß! Wenn Schleuder oder Pfeil und Bogen ausgepackt wurden,
dann tobte der Bandenkrieg mit den Nachbarskindern. An Karneval jagte
man sich mit dem Tomahawk oder lauten Cowboy-Pistolen durch die
Turnhalle. Heute werden schon Holzschwerter von den Eltern aus dem
Kinderzimmer verbannt, damit das Kind später kein Gewalttäter wird.
Peace, man!
AUTOR
Isabell Wohlfarth
Da gibt es auch ein nettes Video zu dem Thema:
AntwortenLöschenKinder waren das noch Zeiten!
https://www.youtube.com/watch?v=up0x4QVTnlQ
LG
R
Einfach niedlich...und es stimmt..wir sind so groß geworden und unsere Kinder auch noch.....
AntwortenLöschenKenne das gar nicht, dass man Tabletten bekam oder dauernd zum Arzt raste. In meiner Kindheit gab es nicht mal ein Telefon....erst unsere Söhne hatten die Tel. Nr. neben den Apparat liegen. War das Knie aufgeschlagen gab es Jod darauf. Tat echt weh aber da wäre keiner auf die Idee gekommen deswegen ins Krankenhaus zu hecheln.
Schule, Hausaufgaben und raus! Fahrradfahren haben mir Freunde beigebracht. Bin ins Eis eingebrochen und habe mit steif gefrorener Hose den Heimweg angetreten. Die Aufregung war riesig..nicht weil ich eingebrochen war, sondern die Schule geschwänzt hatte. Während man mir die größten Vorwurfe machte wurde ein heißes Bad in einer Zinkwanne zubereitet und ich wurde langsam wieder aufgetaut .Man rieb mir die Knochen nach dem heißen Wasser. Bekam einen schrecklichen Tee eingeflößt und man packte mich ins Bett zum Schwitzen. Da wurde noch darauf geachtet das man kein Fieber bekam...das war`s. Ach..... hatte eine schöne Kindheit.
Hinzu kommt der Verdacht, dass die Übermutterung krank an Seele und Gesundheit macht.
AntwortenLöschenSchätze, dass man auch die Eigenverantwortung nicht lernt. Wie auch wenn alles überwacht wird.
AntwortenLöschenKann aber nachvollziehen, dass das Kollektiv von Obereltern sich stundenlang aufregte, weil man z.B. versäumte dem Kind eine Mütze und Schal um zu tun, wenn es kalt war. Da bekamen dann die Eltern das schlechte Gewissen von Rabeneltern eingeimpft. Da haben dann viele gleich einen 2m Schal gekauft mit sämtlichen Gütesiegeln um das Thema zu umgehen. Und somit trug dann auch die nächste Generationen die Kopfverpackung. Allerdings aus mundgeblasender Wolle im heimischen Spinnnenökonest..... Hat schon je einer, der das so selbstsicher von sich gibt. nachgefragt ob das überhaupt einen Sinn macht? Dann dürfte es keine Sommergrippe geben. Und wie kommt es, dass auch mit Bommelmütze die Nase läuft?
Nicht vergessen, dass das Immunsystem nicht gefordert wird. Musste auch immer Handschuhe und Mütze tragen als Kind. Aber schon an der Ecke wurde sie in die Hosentasche gestopft.
AntwortenLöschenLG
Gibt es eigentlich Untersuchungen. dass es der heutigen Jugend gesundheitlich besser geht als früher?
AntwortenLöschenHabe das gefunden...... http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1647970.....nicht viel aber Hallo! Die brauchen gar keinen Sturzhelm, es sei denn sie fallen vom Stuhl.....
AntwortenLöschenHinzu kommt die Impfmüdigkeit. Sie lassen ihre Kinder nicht mehr impfen weil es mehr schaden könnte als nutzen. Masern ist wieder voll da. Man erwähnt eine Impfpflicht. http://www.focus.de/gesundheit/news/groehe-kritisiert-impfgegner-grosse-koalition-droht-mit-impfzwang-gegen-masern_id_4493901.html
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