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Dienstag, 17. Februar 2015

Damals normal Zehn „Erziehungssünden“, die wir als Kinder überlebt haben

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Mit Opa Pfeife spielen - heute pädagogisch undenkbar.  Foto: imago/Schöning

Der Sohn spielt mit Opas Pfeife und die Tochter radelt ohne Helm: Eltern von heute würde das in Panik versetzen. Als die jedoch damals klein waren, waren solche Dinge noch normal. Wir haben ein paar erzieherische „Todsünden“ zusammengestellt.  Von 
 
Als Eltern überlassen wir heute nichts dem Zufall: Unsere Kinder tragen den ersten Helm auf dem Laufrad, gehen nicht in die Sonne ohne Sunblocker und wir wissen wirklich IMMER, wo die Kleinen gerade sind. Die Welt ist schließlich gefährlich! Dabei vergessen wir manchmal: Als wir selbst klein waren, hat sich niemand über solche Dinge einen Kopf gemacht. Groß geworden sind wir trotzdem.
Hier ein paar erzieherische „Todsünden“, die damals einfach normal waren:

1. Unterwegs ohne Aufsicht
Geht raus zum Spielen! Alles klar: Man schnappte sich nach dem Mittagessen zwei Freunde und kam im besten Fall erst zum Abendessen zurück. Wo man war? Hier und dort in der Nachbarschaft. So genau brauchten die Eltern das nicht zu wissen. Heute finden verabredete Spieledates entweder unter Aufsicht statt oder das Kind muss sich regelmäßig per Handy melden. Wehe, es ist nicht an der vereinbarten Zeit zuhause – Panik!

 
2. Leben mit Zigarettenrauch
Wer erinnert sich nicht an die unzähligen Abende im Wohnzimmer, die man als Kind zwischen den qualmenden Eltern verbracht hat. Ganz zu schweigen von den Autofahrten, bei denen man schön regelmäßig eine voll dosierte Rauchdosis abbekam. Wer sich heute draußen im Freien schon in der Nähe des Kinderwagens eine Zigarette ansteckt, erntet einen Todesblick von den Eltern.

Schock schwere Not! Was machen denn die Kinder da?!  Foto: imago/Paul von Stroheim

3. Radfahren ohne Helm
Rauf aufs Rad, der Freund schwingt sich auf den Gepäckträger - und los ging die wilde Fahrt. Natürlich ohne Helm oder Schützer. Heute tragen bereits Einjährige, die im Schneckengang auf ihrem Laufrad entlangwackeln, TÜV-geprüfte Superhelme. Bald sind bestimmt auch Bobbycar-Fahrer dran.
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4. Draußen ohne Sonnenschutz
Sommerzeit gleich Sonnenbrandzeit. Wer kennt sie nicht, die glühend roten Schultern und verbrannten Näschen. Kein Wunder, die ab und zu aufgetragene Sonnencreme hatte ja höchstens Lichtschutzfaktor zehn. Heute verlässt kein Kind das Haus ohne Schatten werfende Kopfbedeckung und Sunblocker Faktor 50. Wenn es überhaupt in die Sonne darf.



5. Ohne Gurt im Auto
Lange Autofahrten waren ja schon langweilig genug. Gut, dass man im Auto wenigstens herumturnen konnte: Schön ausstrecken auf der Rückbank, dösen im Fußraum und Quatsch machen im Kofferraum. Der Gurt war da auch mal Nebensache. Heutige Kinder sitzen bewegungslos festgezurrt mit Sicherheitsbügel im Kindersitz – und wehe, einer versucht, sich abzuschnallen!

Wo sind eigentlich die Kaugummiautomaten von damals hin?  Foto: imago/Barbara Kirchhof


6. Süßigkeiten jeden Tag
Zum Pausenbrot gab’s Capri-Sonne, das Calcium brachte die Milchschnitte und auf dem Nachhauseweg noch beim Kaugummi-Automaten Halt machen. Heutige Kinder würden da, nach Meinung ihrer Eltern, wohl direkt ins Zuckerkoma fallen. Willst du nicht lieber eine Dinkelstange, Schatz?

7. Leben ohne Hygiene-Spray
Auch wenn die Schnupfennase lief, man teilte sich trotzdem die Limo und das Pausenbrot. Oder was man so an den Sträuchern an Essbarem fand. Verschmierte Hände wurden fix an der Hose abgewischt. Die Eltern erinnerten zwar manchmal ans Händewaschen, aber niemand rannte mit Hygienespray und Feuchttüchern hinter einem her.


Plastikspielzeug? Bitte nicht! Könnte ja toxisch sein.  Foto: imago/Westend61


8. Spielzeug ohne TÜV-Siegel
Ob Barbie, Plastik-Spielturm oder Billig-Stofftier: Spielzeug war einfach Spielzeug und wurde ohne vorherige Elterninspektion benutzt. Heute kommt kaum ein Spielgerät in Kinderhände, ohne dass vorher Material, Gütesiegel und Herstellungsbedingungen gecheckt wurden. Komm, wir bauen einen Turm aus farblosen Holzklötzen!

9. Alleine zuhause
Wenn Mama noch kurz was einkaufen musste, die Kneipe rief oder die Nachbarn eingeladen hatten, dann blieben die Kinder einfach mal allein zuhause. Nummer lag am Telefon, was sollte schon passieren. Heute treibt allein die Vorstellung von kurzzeitig verlassenen Kids jungen Eltern den Angstschweiß auf die Stirn. Den Kindern übrigens auch.

10. Waffen im Kinderzimmer
Zack, der Stein saß! Wenn Schleuder oder Pfeil und Bogen ausgepackt wurden, dann tobte der Bandenkrieg mit den Nachbarskindern. An Karneval jagte man sich mit dem Tomahawk oder lauten Cowboy-Pistolen durch die Turnhalle. Heute werden schon Holzschwerter von den Eltern aus dem Kinderzimmer verbannt, damit das Kind später kein Gewalttäter wird. Peace, man! 

AUTOR
Isabell Wohlfarth

8 Kommentare:

  1. Da gibt es auch ein nettes Video zu dem Thema:

    Kinder waren das noch Zeiten!

    https://www.youtube.com/watch?v=up0x4QVTnlQ


    LG
    R

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  2. Einfach niedlich...und es stimmt..wir sind so groß geworden und unsere Kinder auch noch.....

    Kenne das gar nicht, dass man Tabletten bekam oder dauernd zum Arzt raste. In meiner Kindheit gab es nicht mal ein Telefon....erst unsere Söhne hatten die Tel. Nr. neben den Apparat liegen. War das Knie aufgeschlagen gab es Jod darauf. Tat echt weh aber da wäre keiner auf die Idee gekommen deswegen ins Krankenhaus zu hecheln.

    Schule, Hausaufgaben und raus! Fahrradfahren haben mir Freunde beigebracht. Bin ins Eis eingebrochen und habe mit steif gefrorener Hose den Heimweg angetreten. Die Aufregung war riesig..nicht weil ich eingebrochen war, sondern die Schule geschwänzt hatte. Während man mir die größten Vorwurfe machte wurde ein heißes Bad in einer Zinkwanne zubereitet und ich wurde langsam wieder aufgetaut .Man rieb mir die Knochen nach dem heißen Wasser. Bekam einen schrecklichen Tee eingeflößt und man packte mich ins Bett zum Schwitzen. Da wurde noch darauf geachtet das man kein Fieber bekam...das war`s. Ach..... hatte eine schöne Kindheit.

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  3. Hinzu kommt der Verdacht, dass die Übermutterung krank an Seele und Gesundheit macht.

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  4. Schätze, dass man auch die Eigenverantwortung nicht lernt. Wie auch wenn alles überwacht wird.

    Kann aber nachvollziehen, dass das Kollektiv von Obereltern sich stundenlang aufregte, weil man z.B. versäumte dem Kind eine Mütze und Schal um zu tun, wenn es kalt war. Da bekamen dann die Eltern das schlechte Gewissen von Rabeneltern eingeimpft. Da haben dann viele gleich einen 2m Schal gekauft mit sämtlichen Gütesiegeln um das Thema zu umgehen. Und somit trug dann auch die nächste Generationen die Kopfverpackung. Allerdings aus mundgeblasender Wolle im heimischen Spinnnenökonest..... Hat schon je einer, der das so selbstsicher von sich gibt. nachgefragt ob das überhaupt einen Sinn macht? Dann dürfte es keine Sommergrippe geben. Und wie kommt es, dass auch mit Bommelmütze die Nase läuft?

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  5. Nicht vergessen, dass das Immunsystem nicht gefordert wird. Musste auch immer Handschuhe und Mütze tragen als Kind. Aber schon an der Ecke wurde sie in die Hosentasche gestopft.

    LG

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  6. Gibt es eigentlich Untersuchungen. dass es der heutigen Jugend gesundheitlich besser geht als früher?

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  7. Habe das gefunden...... http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1647970.....nicht viel aber Hallo! Die brauchen gar keinen Sturzhelm, es sei denn sie fallen vom Stuhl.....

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  8. Hinzu kommt die Impfmüdigkeit. Sie lassen ihre Kinder nicht mehr impfen weil es mehr schaden könnte als nutzen. Masern ist wieder voll da. Man erwähnt eine Impfpflicht. http://www.focus.de/gesundheit/news/groehe-kritisiert-impfgegner-grosse-koalition-droht-mit-impfzwang-gegen-masern_id_4493901.html

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