
Claudia Sheinbaum, neue Bürgermeisterin von Mexiko-City
Frauen auf dem Vormarsch: Wenn das am 1. Juli neu gewählte Parlament
im September in Mexiko-Stadt zusammentritt, können die Parlamentarier
einen historischen Fortschritt verzeichnen. Noch nie saßen so viele
Frauen in den beiden Kammern des Parlaments. Kongress und
Abgeordnetenhaus (vergleichbar mit einem Ober- und Unterhaus) werden
fast zu Hälfte mit Frauen besetzt sein: jeweils 49 und 49,2 Prozent.
Außerdem wird erstmals eine Frau ihr Amt als Bürgermeisterin von Mexiko-City antreten. Claudia Sheinbaum von der MORENA-Partei war zuvor die Umweltbeauftragte des ehemaligen Bürgermeisters, der jetzt zum neuen Präsidenten Mexikos gewählt wurde: Andrés Manuel López Obrador, der im Volksmund AMLO genannt wird. Bei der Wahl für das Bürgermeisteramt waren sieben Kandidaten angetreten - fünf davon waren Frauen. "Das ist ein Fortschritt in Bezug auf die Chancen einer Frau, irgendwann eine Regierung anzuführen", sagt Belén Sanz, Vertreterin der UN-Organisation für Geschlechtergerechtigkeit "UN Women" in Mexiko im Gespräch mit der Deutschen Welle.
Belén Sanz, Vertreterin der UN-Organisation "UN Women" in Mexiko
In
einem Land, das weiterhin vom Machismo, vom Männlichkeitswahn, geprägt
ist, das eine hohe Rate geschlechtsspezifischer Gewalt aufweist, und in
dem laut einer Statistik der UN im Jahr 2016 über 2700 Frauen ermordet
wurden, gibt es dennoch für diese Entwicklung mehrere Erklärungen. Die
Zunahme der Teilhabe von Frauen in öffentlichen Funktionen konnte man
schon seit längerem beobachten. "Frauen gewinnen mehr Raum in Positionen
mit gesellschaftlichem Einfluss. In den vergangenen Jahren hat sich der
Prozess nur beschleunigt. Es ist ein globaler Trend, den wir vielleicht
nicht länger als ein 'Phänomen' bezeichnen, sondern eher als normale
Konstante betrachten sollten", sagt Kristin Wesemann, Vertreterin des
Regionalprogramms Demokratie und politische Parteien in Lateinamerika
der Konrad-Adenauer-Stiftung gegenüber der DW.
Effekte der Gleichstellungsgesetze
Schon in den 1990er Jahren haben verschiedene Bundesstaaten in Mexiko damit begonnen, Quotenregelungen für weibliche Kandidaten einzuführen. Das mexikanische Wahlrecht sieht seit dem Ende der 1990er Jahre vor, dass mindestens 30 Prozent aller Abgeordneten und Senatoren Frauen sein müssen. "Diese Frauenquote wurde im Jahre 2008 auf 40 Prozent erhöht und 2014 letztendlich mit einem Paritätsprinzip in der Verfassung verankert", erklärt Belén Sanz.
Ein Bild aus vergangenen Tagen (2013), als Männer im mexikanischen Abgeordnetenhaus noch die Mehrheit bildeten
Auch
in anderen Ländern Lateinamerikas ist der Anteil der Frauen in der
Legislative bemerkenswert hoch. Nach Angaben der Interparlamentarischen
Union (IPU) finden sich im Juni 2018 sechs der zehn Länder mit dem
weltweit höchsten Anteil an Parlamentarierinnen in Lateinamerika: Kuba,
Bolivien, Grenada, Nicaragua, Costa Rica und - auf Platz neun - Mexiko.
Frauen, Politik und soziale Auswirkungen
Eine stärkere Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben fördert den Wandel von Stereotypen und geschlechtsspezifischen Rollen. "Die Menschen gewöhnen sich nicht nur daran, dass Frauen genau wie Männer eine Karriere haben und sich den damit verbundenen Herausforderungen stellen, sondern auch, dass damit neue Vorbilder und Berufswege für Frauen vorgezeichnet werden", so Belén Sanz.
Selbst die höchsten Ämter in Lateinamerika waren schon von Frauen besetzt - im Jahr 2014 waren es sogar vier zur gleichen Zeit: Michelle Bachelet in Chile, Cristina Fernández in Argentinien, Dilma Rousseff in Brasilien und Laura Chinchilla in Costa Rica. Auch wenn keine der vier mehr an der Macht ist, ist die starke Präsenz von Frauen in den Parlamenten ein positives Zeichen. "In Lateinamerika, wie in anderen Teilen der Welt auch, werden immer mehr Frauen in der Politik aktiv. Der Weg ist zwar noch lang, aber die Fortschritte sind offensichtlich. Parität und Gleichheit sind unser Ziel", sagt Kristin Wesemann.
Stummer Protest gegen Frauenmorde in Mexiko (März 2018)
Gerade
in Mexiko ist Gewalt gegen Frauen noch immer an der Tagesordnung. Das
Land hat eine der höchsten Frauenmordraten in Lateinamerika, übertroffen
nur noch von Honduras und El Salvador. "Einige der Frauen, die jetzt in
Mexiko in Führungspositionen aufsteigen, haben sich dieser Problematik
verschrieben. Aber es ist ein Thema, das sowohl von Männern als auch
Frauen aufgegriffen werden muss", sagt die UN-Expertin. "Die Beteiligung
der Männer ist unabdingbar, um einen normativen Fortschritt zu
erzielen", fügt Belén Sanz hinzu.
Deutsche Welle.
Außerdem wird erstmals eine Frau ihr Amt als Bürgermeisterin von Mexiko-City antreten. Claudia Sheinbaum von der MORENA-Partei war zuvor die Umweltbeauftragte des ehemaligen Bürgermeisters, der jetzt zum neuen Präsidenten Mexikos gewählt wurde: Andrés Manuel López Obrador, der im Volksmund AMLO genannt wird. Bei der Wahl für das Bürgermeisteramt waren sieben Kandidaten angetreten - fünf davon waren Frauen. "Das ist ein Fortschritt in Bezug auf die Chancen einer Frau, irgendwann eine Regierung anzuführen", sagt Belén Sanz, Vertreterin der UN-Organisation für Geschlechtergerechtigkeit "UN Women" in Mexiko im Gespräch mit der Deutschen Welle.

Effekte der Gleichstellungsgesetze
Schon in den 1990er Jahren haben verschiedene Bundesstaaten in Mexiko damit begonnen, Quotenregelungen für weibliche Kandidaten einzuführen. Das mexikanische Wahlrecht sieht seit dem Ende der 1990er Jahre vor, dass mindestens 30 Prozent aller Abgeordneten und Senatoren Frauen sein müssen. "Diese Frauenquote wurde im Jahre 2008 auf 40 Prozent erhöht und 2014 letztendlich mit einem Paritätsprinzip in der Verfassung verankert", erklärt Belén Sanz.

Frauen, Politik und soziale Auswirkungen
Eine stärkere Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben fördert den Wandel von Stereotypen und geschlechtsspezifischen Rollen. "Die Menschen gewöhnen sich nicht nur daran, dass Frauen genau wie Männer eine Karriere haben und sich den damit verbundenen Herausforderungen stellen, sondern auch, dass damit neue Vorbilder und Berufswege für Frauen vorgezeichnet werden", so Belén Sanz.
Selbst die höchsten Ämter in Lateinamerika waren schon von Frauen besetzt - im Jahr 2014 waren es sogar vier zur gleichen Zeit: Michelle Bachelet in Chile, Cristina Fernández in Argentinien, Dilma Rousseff in Brasilien und Laura Chinchilla in Costa Rica. Auch wenn keine der vier mehr an der Macht ist, ist die starke Präsenz von Frauen in den Parlamenten ein positives Zeichen. "In Lateinamerika, wie in anderen Teilen der Welt auch, werden immer mehr Frauen in der Politik aktiv. Der Weg ist zwar noch lang, aber die Fortschritte sind offensichtlich. Parität und Gleichheit sind unser Ziel", sagt Kristin Wesemann.

Deutsche Welle.
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