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Montag, 18. April 2016

Zahl der Opfer steigt weiter, Erdbeben Ecuador

Zerstörungen nach dem Erdbeben in Ecuador | Bildquelle: dpa

Stand: 18.04.2016 01:44 Uhr  

Beim schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten in Ecuador sind nach jüngsten Angaben mindestens 272 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 2500 weitere verletzt worden. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da unter den Trümmern noch viele Menschen vermutet werden.
Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben in Ecuador ist weiter gestiegen. Präsident Rafael Correa, der sich im Vatikan aufhielt, sprach von einer "enormen Tragödie". Sein Stellvertreter Jorge Glas gab die Zahl der Toten mit mindestens 272 an. Mehr als 2500 Menschen seien zudem verletzt worden. Unter den Trümmern werden viele weitere Tote vermutet.
Die Erschütterung des Bebens war noch in der rund 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Quito zu spüren, wo Panik ausbrach und Gebäude wackelten oder einstürzten. Es war das stärkste Erdbeben in dem südamerikanischen Land seit 1979. Der Erdstoß war bis nach Kolumbien zu spüren. Der US-Erdbebenwarte USGS zufolge trat das Beben in einer Tiefe von 19 Kilometern auf. Das Epizentrum befand sich 27 Kilometer südsüdöstlich von Muisne in einem kaum besiedelten, aber bei Touristen beliebten Gebiet mit mehreren Fischerhäfen. Die Stärke des Bebens wurde von der USGS zunächst mit 7,4 angegeben, anschließend aber auf 7,8 erhöht.



 Rettungskräfte suchen nach Überlebenden in den Trümmern eines Gebäudes in Manta | Bildquelle: AFP  


Zahl der Todesopfer könnte noch steigen

In der Stunde nach der Erschütterung, die nach Einbruch der Dunkelheit geschah, kam es zu mehreren Nachbeben, einige davon mit einer Stärke von sechs. Vizepräsident Jorge Glas teilte auf Twitter mit, die Regierung habe 10.000 Soldaten und 3500 Polizisten in die Städte Manabí, Esmeraldas und Guayas y Santa Elena im betroffenen Gebiet geschickt. Für die Evakuierten seien fünf Schutzunterkünfte eingerichtet worden, teilte die Behörde für Risikomanagement mit.
Präsident Correa, der sich nach einer Konferenz im Vatikan noch in Rom aufhielt, rief seine Landsleute auf, stark zu bleiben. Auf Twitter schrieb er, er habe ein Dekret unterschrieben, das einen nationalen Katastrophenfall ausrufe.  

In dem Chaos nach dem Erdbeben brachen rund 180 Häftlinge aus einem Gefängnis aus. Die betroffene Haftanstalt El Rodeo befinde sich nahe der Stadt Portoviejo, die mehrere Hundert Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt liegt, wie die Behörden in der Provinz Manabi mitteilten. 20 Häftlinge hätten Berichten zufolge wieder gefasst werden können, andere seien freiwillig zurückgekehrt. Doch seien die meisten noch flüchtig, hieß es weiter.


Tsunami-Wellen blieben aus

Eine Tsunami-Warnung, die das Pazifik-Zentrum herausgegeben hatte, wurde inzwischen wieder aufgehoben.
Ecuador liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschließt, stoßen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander. Diese sind ständig in Bewegung, weshalb Erdstöße keine Seltenheit sind. 
Karte: Ecuador  

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Kommentare

Ecuador doppelt hart getroffen

Das Erdbeben in Ecuador trifft das Land gleich doppelt hart, denn seit einigen Monaten hat das Land bereits mit einer Wirtschaftskrise zu kämpfen. Aufgrund des rapiden Sinkens des Ölpreises ist auch der US-Dollar stark gesunken. Seit dem Jahr 2000 ist der US-Dollar in Ecuador die offizielle Landeswährung. Ziel war es damals die sehr schwache Wirtschaftlage (starke Inflation) zu retten, was bis vor kurzer Zeit ganz gut funktionierte. Leider hat sich das Land damit auch von einer Währung abhängig gemacht, die unmittelbar an den Ölpreis gekoppelt ist. Seit geraumer Zeit werden in Ecuador bereits Löhne gekürzt, Mitarbeiter entlassen und es sind auch Auswirkungen auf das Gesundheits- und Bildungswesen zu erwarten; beides Dinge, die man auf keinen Fall verschlechtert wissen möchte. Das Erdbeben wird nun sämtliche Landeshaushalte weiter belasten, womit die Folgen des Erdbebens gleich doppelt zu Buche schlagen. Spenden dürften also willkommen sein. 

Quelle...Tagesschau. de



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