Eier
abschrecken, Spinat nicht aufwärmen und Aufgetautes nicht zurück in die
Kühltruhe legen - viele Haushaltstipps gehören ins Reich der Märchen
und Sagen . . .
Darf man aufgewärmten Spinat essen? (Foto: thinkstock)Spinat nicht aufwärmenBeim Aufwärmen von Spinat wird aus dem enthaltenen Nitrat giftiges Nitrit. Für Säuglinge ist mehrfach aufgewärmter Spinat nicht geeignet, da das Nitrit den Sauerstofftransport im Blut behindert. Zudem bilden sich aus Nitrit in Verbindung mit eiweißhaltigen Lebensmitteln Nitrosamine, die als krebserregend gelten. Kompliziert! Dazu erklärt Olaf Grüß, Lebensmitteltechnologe an der Universität Bonn: „Es ist zwar richtig, dass sich durch erneutes Erwärmen von Spinat das enthaltene Nitrat in Nitrit und weiter in krebserregende Nitrosaminen umwandelt, jedoch ist die Angst nur sehr bedingt gerechtfertigt. Sie rührt wahrscheinlich aus der guten alten Zeit, wo sonntags ein großer Topf mit Spinat gekocht wurde. Hierfür wurde der Spinat natürlich immer wieder aufgewärmt. Das Phänomen der Blausucht trat dann teilweise bei Kindern auf, woraus bis heute geschlossen wird, dass sich Spinat beim zweiten Aufwärmprozess automatisch in Gift umwandelt."
Pilze nicht aufwärmenKlar kann man Pilze aufwärmen. Sonst könnte man auch keine Tiefkühlpizza mit Champignons essen, denn die Pilze darauf wurden ja vorher gegart. Die Küchenregel, Pilze lieber nicht aufzuwärmen, stammt aus alten Zeiten. Im "Lebensmittelführer" von Günther Vollmer steht dazu: „Da Pilze sehr leicht verderblich sind, bestanden früher Bedenken, Reste von Pilzgerichten wieder aufzuwärmen. Bei Nutzung der heutigen Kühlmöglichkeiten im Haushalt stellt dies jedoch kein Problem mehr dar."
Eier abschreckenWenn die Schale am Frühstücksei klebt, vermutet der selbsternannte Eier-Experte: "Das wurde nicht abgeschreckt." Das mag sein, aber das Abschrecken mit kaltem Wasser hätte die Sache nicht verbessert. Wie Lebensmittelexperte Ludger Fischer in seinem Buch "Kleines Lexikon der Küchenirrtümer" schreibt, hat der Mensch leider keinen Einfluss darauf, ob sich ein Ei gut oder schlecht pellen lässt. Das hängt allein von dem PH-Wert des Eiweiß ab, der sich zu verändern beginnt, nachdem das Huhn das Ei gelegt hat: Je älter ein Ei, desto besser lässt es sich schälen.
Meersalz gesünder als KochsalzKann man nicht wirklich sagen. Zwar enthält Meersalz Kalium, Magnesium und Mangan, aber die Mengen sind so gering, dass sie ernährungsphysiologisch eher unbedeutend sind. Ob Meersalz wirklich intensiver ist und besser schmeckt? Das ist letztendlich Geschmackssache.
Muscheln nur in Monaten mit RIm Prinzip bedeutet das, dass man Muscheln von Mai bis August lieber nicht isst. Die Zeitschrift "mare" erklärt das folgendermaßen: "Im Sommer vermehren sich bestimmte einzellige Algen massenhaft und färben das Meer gelblich-braun oder rot. Bis zu 40 Millionen Zellen einer Art drängen sich dabei in jedem Liter Wasser, meist so genannte Dinoflagellaten - ein gefundenes Fressen für Miesmuschel und Co., die bis zu 37 Liter pro Stunde filtern. Etwa 50 Arten dieser Einzeller produzieren aber winzige Mengen Gift. Steigt die Zahl solcher Algen stark an, reichert sich im Muschelfleisch eine für Fisch und Mensch gefährliche Konzentration an. Daher bekommen uns Schalentiere zu Zeiten solcher Algenblüten schlecht: Die Gifte führen zu Erbrechen, Lähmungen, Gedächtnisstörungen oder sogar zum Tod - immerhin sind sie bis zu 20 Mal stärker als Zyankali. Von Muscheln aus dem Supermarkt dagegen geht heute das ganze Jahr über keine Gefahr mehr aus: Nach dem Fang kommen die Muscheln für zwei Wochen in algenfreies Wasser und erst dann in den Handel."
Avocados reifen in der Nähe von Äpfeln"Avocados werden oft unreif verkauft. Wer nicht eine Woche und länger warten möchte, bis die harten Früchte weich sind, kann ihre Reifung beschleunigen, indem er sie zusammen mit Äpfeln lagert. Äpfel strömen ein Gas aus, das die Avocados schneller reifen lässt." Trotzdem ist es ratsam, reife Avocados zu kaufen, die man ein bis zwei Tage liegen lassen kann. Bei einem langen Reifeprozess werden die Avocados nämlich meistens nicht nur weich, sondern auch braun und faserig.
Cola löst Fleisch aufDer Coca-Cola-Konzern hat dieses Gerücht natürlich selbst unter die Lupe genommen. Fakt ist, dass während der Einwirkungszeit in vermeintlich sauren Getränken wie Cola, Mineralwasser und Orangensaft organische Substanzen umgeformt werden. Das Fleisch sieht dann anders aus, aber "es wird nicht aufgelöst, sondern erfährt eine durch Quellung bedingte Gewichtszunahme", so Coca Cola. Im Magen können auch die geringfügigen Mengen von Phosphorsäure nichts anrichten, denn die Magensäure ist deutlich stärker.
Aufgetaute Lebensmittel nicht wieder einfrierenLudger Fischers "Kleines Lexikon der Küchenirrtümer" erklärt, dass die entsprechenden Hinweise auf Tiefkühlverpackungen nur eine gesetzlich vorgeschriebene Warnung sind, da der Hersteller nicht garantieren kann, dass der Verbraucher mit dem Lebensmittel zu Hause richtig umgeht. Wie bei einem frischen Lebensmittel entwickelt sich das Wachstum von Bakterien auch auf aufgetauten Produkten. Besser ist es also, wenn aufgetaute Sachen schnell verbraucht oder zubereitet werden. Wenn Sie wieder etwas einfrieren wollen, lassen Sie es im Kühlschrank auftauen oder lagern Sie es in der Zwischenzeit dort.

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