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Dienstag, 20. Oktober 2015

Maas erleichtert über zahlreiche Demonstranten gegen Pegida



Bundesjustizminister Heiko Maas hat sich erleichtert über die große Zahl an Demonstranten gegen das fremdenfeindliche Pegida-Bündnis in Dresden gezeigt.
«Deutschland ist bunter als die Schwarzmaler von Pegida uns vormachen wollen», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Zum Jahrestag seines Entstehens hatte das Pegida-Bündnis am Montag in Dresden 15 000 bis 20 000 Anhänger mobilisiert. Eine etwa gleich große Zahl an Menschen protestierte in der sächsischen Landeshauptstadt gegen rechte Stimmungsmache. Die angespannte Stimmung entlud sich am späten Abend in Ausschreitungen.



Die Straße dürfe nicht den Hetzern von Pegida überlassen werden, sagte Maas. «Es ist ein wichtiges Signal, dass so viele Menschen für Weltoffenheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind», fügte er an. «Sie setzen ein klares Zeichen.»
Vizekanzler Sigmar Gabriel verurteilte die Bewegung mit deutlichen Worten: «Pegida ist eine rechtspopulistische und in Teilen offen rechtsradikale Empörungsbewegung geworden», sagte der SPD-Chef der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). «Die Protagonisten stellen inzwischen sogar die Grundlagen der Demokratie infrage, indem sie diese Demokratie mit den Kampfbegriffen der NSDAP in der Weimarer Republik als «Altparteien-Demokratie» und die Parlamente als «Quasselbude von Volksverrätern» umzudeuten versuchen und die Medien als «Lügenpresse» denunzieren.»
Auch der Dresdener Politikwissenschaftler Hans Vorländer sieht eine deutliche Radikalisierung bei Pegida. «Die Hassrede ist zum entscheidenden Vortrag geworden, zudem sieht man eine Radikalisierung bei Plakaten bis hin zu dieser Galgenabbildung», sagte er der «Thüringer-Allgemeine» (Online).
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schrieb in einem Gastbeitrag in der Zeitung «Bild» (Dienstag): «Der Hass gegenüber Flüchtlingen, der Hass gegen verantwortliche Politiker, der Hass gegen Andersdenkende hat im Internet und auf der Straße ein unerträgliches Maß erreicht. Einige haben in unserer Gesellschaft den gegenseitigen Respekt und den Anstand verloren. Grundwerte, die altmodisch klingen, aber unverzichtbar sind, wenn eine Gesellschaft zusammen halten soll.»
Fast drei Stunden lang hatten sich Redner auf der Pegida-Kundgebung am Abend gegen Asylbewerber und demokratische Parteien gewandt. Pegida-Gründer Lutz Bachmann und andere Redner machten mit teils äußerst aggressiven Äußerungen Stimmung gegen den Zuzug von Flüchtlingen. Ein Demonstrant führte ein Plakat mit einer Fotomontage von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer nazi-ähnlichen Militäruniform mit. Pegida steht für «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes».
Unter dem Motto «Herz statt Hetze» hatte ein breites Bündnis dazu aufgerufen, sich gegen Fremdenhass zu stellen. Die Gegendemonstranten waren sternförmig von verschiedenen Richtungen in die Dresdner Altstadt gezogen.
Rund 1900 Beamten waren der Polizei zufolge im Einsatz. Bis zum späten Abend trafen gewaltbereite Pegida-Anhänger und linke Gegner aufeinander. Ein Mann wurde auf dem Weg zur Pegida-Kundgebung angegriffen und schwer verletzt. Mehrfach wurden Polizisten gezielt angegriffen, auch mit Böllern von Pegida-Anhängern, wie ein dpa-Reporter berichtete. Schließlich beruhigte sich nach Polizeiangaben die Lage. Drei Menschen seien in Gewahrsam genommen worden.

4 Kommentare:

  1. Und diese Menschen wollen regieren? Allein die Vorstellung bringt Gänsehaut. Demokratie, Toleranz hat keinen Wert mehr. Die Presse würde gesperrt...Diktatur das Zukunftsbild. Da muss man wieder die Mauer hoch ziehen, denn die Intelligenz und Kapital sind die ersten die sich vom Acker machen. Dann werden, die die eh nichts haben froh sein wenn sie noch ein Zelt über den Kopf haben und ihnen jemand hilft. Wer gegen Pegida ist wird dann verhaftet oder gleich umgebracht. Pegida hat Strukturen wie die IS. Pegida hat so wenig was mit Okzident zu tun wie der IS mit dem Islam.

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  2. Wir haben uns alle nur lustig gemacht, nun haben wir die Quittung, das da welche das Vierte Reich wollen. Dresden ist eine schöne Stadt mit einer Vergangenheit. Pervers ist der Ruf: " Wir sind das Volk". Eine Ohrfeige für die, die 89 friedlich aus der Diktatur wollten. Es ging um Freiheit. Und damit war nicht nur die Mauer gemeint. Geistige Freiheit. AfD hat Zulauf wie noch nie. Begreife es nicht. Das macht Angst, nicht die Flüchtlinge.

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  3. Mir machen die Flüchtlinge auch keine Angst. Wir haben16 Millionen DDR Bürger gestemmt. Die hatten auch eine komplett andere Kultur. Überall im Ausland wurde man gefragt ob man Ost oder Westdeutscher war. Bei West, entkrampfte man sich. War so ähnlich wie Nord und Südkorea....Dunkeldeutschland kam damals hoch, nicht nur weil Dresden das Tal der Ahnungslosen war, sondern wenn man über Berlin flog, sah man erst den Ku`damm. Besonders Weihnachten viel es auf. Die eine Seite kaum ein Licht und die andere strahlte. Wir strahlten auch 89. War dabei. Es war die tollste Nacht meines Lebens. Und wie man sieht, ist vieles zusammengewachsen. Man muss die Ängste der Bürger auch ernst nehmen. Aber wenn jemand hinter Rechtsradikale rennt um Flüchtlinge zu stoppen, wird zum Mitläufer. Da ich im Ausland lebe und gerade durch die herzliche Aufnahme des Landes so glücklich bin, reagiere ich da noch empfindlicher. Damals musste Deutschland 16 Millionen alleine stemmen. Da konnte man keine auf Europa verteilen. Aber nun kommen Menschen, die jetzt! Hilfe brauchen. Wie man da durch kommt ist unsicher. Man kann und darf keine Versprechungen machen. Das schätze ich an Merkel. Seehofer sagt täglich was Neues wozu er gar keine Rechtsgrundlage hat. Oder die " Lügenpresse" stellt in absichtlich als Idioten hin. Müsste er in seinem Amt wissen. Ist nicht das Muttchen von nebenan, die Angst hat von bösen Mann vergewaltigt zu werden. Statt anzupacken um es zu schaffen, wird Angst geschürt. Hinzu kommt das eine Menge Verschwörungstheoretiker sich in Pegida befinden.Aber die hocken ja nun überall.

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  4. Es gibt wirklich super Helfer und Menschen die sich nicht ducken. Angst ist kein guter Partner. Selbst wenn es schief geht, man muss alles probieren um diesen Menschen zu helfen und das geht nur zusammen. Die verbalen Brandstifter tragen dazu bei Menschen immer mehr zu verunsichern. Die lasche Haltung der Polizei, versteht auch keiner wirklich. Wenn da ein Galgen für Merkel herum getragen wird, müssen alle Polizisten in eine andere Richtung geschaut haben. Es ist eine strafbare Handlung. Es ist auch peinlich, dass der friedliche Bürger, der sich in die Hose macht, nicht mal einschreitet sondern hinter dem Galgen her läuft.

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