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Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ich füttere nach einem„genau ausgerechneten“ Futterplan






Toll! Leider stimmt Ihre Berechnung nicht! Der tatsächliche Bedarf an Nährstoffen,Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen hängt nämlich nicht nur von der Rasse bzw. der Größe des Hundes oder dessen Geschlecht oder Alter ab sondern in viel größerem Maße (bis zu 40%) von den realen, täglich sich ändernden Lebensumständen, als da wären u.a. Außentemperatur, Luftfeuchte, UV-Einstrahlung,Tageslichtlänge, Laufleistung, Wohngegebenheiten, geschlechtliche Aktivitätu.s.w.. Ein Hund der täglich mehrmals vier Treppen bis zur zweiten Etage des Wohnhauses laufen muss benötigt doch sicherlich mehr Energie als der gleiche Hund im Erdgeschoss. Für welchen Hund ist Ihr Futterplan eigentlich oder wurden Sie gar nicht gefragt, in welcher Etage Sie wohnen? Ein Hund, der heute 100m mehr läuft als gestern, braucht doch dafür wohl mehr Energie? Oder andersherum, wenn ein Hund heute 100m weniger läuft als gestern, haben Sie Ihn dann mit Ihrem Futterplan heute überfüttert? Ein Hund bewegt sich im Sommer, wenn die Tage länger sind deutlich mehr als im Winter. Haben Sie denn wenigstens für die vier Hauptjahreszeiten einen entsprechend an die unterschiedlichen Bewegungsleistungen Angepassten Futterplan? 




Wenn die Sonne im Sommer intensiver scheint, erhält der Hund auch mehr UV-Strahlung. Diese aktiviert in der Haut Vitamin D um. Haben Sie verschiedene Vitamin-D-Zusätze entsprechend der aktuellen UV-Bestrahlung ihres Hundes oder geht Ihr Hund im Winter ins Solarium, damit die UV-Bestrahlung übers Jahr hinweg annähernd konstant bleibt?Je mehr UV- Strahlen, desto mehr aktives Vitamin- D. Das heißt aber auch mehr Kalzium- und Phosphor bedarf im Sommer als im Winter. Im Sommer sind nicht nur die Tage länger sondern i.d.R. Ist es dann auch wärmer. Berücksichtigt Ihr Futterplan auch die aktuelle Tagestemperatur und die damit einhergehende unterschiedliche Temperaturaufnahme des Körpers? Es ist sehr warm, eigentlich braucht Ihr Hund heute gar nichts zu fressen, aber er hechelt stark, das kostet Energie. Was tun Sie nun? Füttern Sie, damit er Energie zum hecheln hat oder brauchen Sie nicht zu füttern, da es ja draußen warm genug ist und die Außentemperatur genug Energie liefert zum Hecheln, oder? Es ist November und nasskaltes Wetter. Braucht Ihr Hund nun mehr Energie als im Sommer oder nicht? Es regnet,Ihr Hund wird nass. Durch das nasse Fell verliert Ihr Hund stark an Energie,die Körpertemperatur sinkt. Gleicht das Ihr heutiger Futterplan auch aus? Im Herbst werden die Tage kürzer. Dies führt über hormonelle Steuerungen im Körper zu einer veränderten Stoffwechsellage, die jetzt darauf eingestellt ist,Fettreserven für den Winter anzulegen. Haben Sie das gewusst? Und wenn ja,haben Sie dies bei Ihrem Futterplan für September bis November auch berücksichtigt? Es ist Januar und Läufigkeit. Haben Sie daran gedacht, dass in diesen 3 Wochen Ihr Hund aufgrund des veränderten Sexualhormonhaushaltes auch einen veränderten Stoffwechsel hat und eventuell auch mehr „läuft“ als vorher? Nun, ich könnte hier noch viele andere Einflussfaktoren aufzählen. Vielleicht fällt Ihnen ja noch dieses und jenes selber ein. Merken Sie jetzt, wie blödsinnig ein „genau ausgerechneter“ Futterplan ist. Wenn Sie es wirklich richtig machen wollen, dann müssten Sie unter Berücksichtigung all dieser Einflussfaktoren (und all der Einflussfaktoren, die Sie noch gar nicht kennen) Ihren Futterplan täglich neu berechnen – Viel Spaß! Hier ein anderer Vorschlag: füttern Sie einfach „frei Schnauze“! Wird der Hund zu dick, müssen Sie die Futtermenge reduzieren, wird er zu dünn, müssen Sie sie erhöhen, aber klammern Sie sich bitte nicht an „genau ausgerechnete“ Futterpläne.

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