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Mittwoch, 21. Januar 2015

Sollten wir wirklich täglich duschen?


Das morgendliche Dusch-Ritual könnte mehr schaden als nutzen

 Jeder duscht gerne, oder? Vielleicht nicht unbedingt morgens im Winter vor der Arbeit, wenn es kalt und dunkel ist. Dafür umso mehr mit jeder Menge Schaum und warmem Wasser. Was kann schöner sein?

 Dieses Stock-Foto braucht keine Entschuldigung (Bild: REX) 

Dieses Stock-Foto braucht keine Entschuldigung (Bild: REX)

 Allerdings sieht es so aus, als müssten wir sparsamer mit unserer Duschzeit umgehen und das tägliche Ritual auf ein paar Minuten pro Woche reduzieren. Denn unsere obsessive Reinlichkeit könnte tatsächlich schlecht für unsere Gesundheit sein.

Experten äußern sich regelmäßig zu dem Thema. Die meisten betonen, dass der Trend zur täglichen Reinigung lediglich eine moderne Erfindung und nicht im Geringsten notwendig sei. Mehr noch könnte das regelmäßige Einseifen unsere Haut essentieller Fette und Bakterien berauben, die unsere Gesundheit schützen. Die Dermatologin Dr. Raella Hirsch aus Boston berichtete BuzzFeed: „Wir übertreiben es hierzulande mit dem Duschen. Es ist wirklich wichtig, das zu erkennen. Zum großen Teil tun wir das aufgrund sozialer Normen.“

Und in der Tat hat sich die Regelmäßigkeit des Duschens in den letzten Jahrhunderten drastisch erhöht – zum Teil hat das natürlich mit der Verfügbarkeit von wunderbar warmem Leitungswasser zutun. Und natürlich mit der Verfügbarkeit von Duschen.

Sogar noch vor ein paar Jahrzehnten galt ein wöchentliches Bad als absolut ausreichend. Aber natürlich sagt sich das schnell, wenn man dafür erst die Blechbadewanne in die Küche befördern und Wasser dafür aufkochen muss.

Moderne Körperpflege

Unser moderner Waschzwang begann mit der Einführung von Flüssigseife und Werbung, die uns versprach, dass wir noch schöner und attraktiver für das andere Geschlecht werden könnten. Und seitdem sind wir ein bisschen süchtig nach dem schönen, sauberen Gefühl und dem Geruch.

Allerdings kann unsere Haut ganz gut für sich selbst sorgen. An dieser Eigenschaft herumzudoktern macht sie hingegen trocken und gereizt. Es können sogar Risse und Infektionsherde entstehen. „Eine ausgiebige tägliche Dusche stört die natürliche Bakterienflora der Haut, sowie die natürlichen Fette“, sagt John Oxford, Virologie-Professor an der „Queen Mary`s School of Medicine and Dentistry“.


Der Times berichtete er: „Solange man seine Hände oft genug wäscht und dem Bereich unter der Gürtellinie genug Aufmerksamkeit widmet, schadet Duschen oder Baden alle zwei Tage nicht. Sogar zweimal die Woche wäre kein Problem, sofern man täglich ein Bidet benutzt. Denn die infektiösesten Keime finden sich in unserer unteren Körperhälfte. Wir konzentrieren uns zu sehr auf einen schönen, wohlriechenden Körper – mit all den Parfums für Männer und Frauen“, ergänzte er.

Wir haben zwar keine Ahnung, wie viele Menschen unkompliziert an ein Bidet kommen, aber es reicht sicher auch, die Intimzone mit einem feuchten Waschlappen zu reinigen.

Mochten wir eh noch nie

Auf der anderen Seite ist das eine gute Nachricht für die wachsende Zahl der Dusch-Muffel unter uns.  Der Absatz von Produkten wie Trockenshampoo ging in den letzten zwei Jahren steil bergauf – was darauf hindeutet, dass viele Duschzeit gegen mehr Zeit im Bett eintauschen.

Wir empfehlen also nicht, nach einer intensiven Stunde im Fitnessstudio auf das Duschen zu verzichten. Aber warum probieren Sie für das Wohl Ihrer Haut nicht einmal, nur jeden zweiten Tag zu duschen ... und warten ab, wie sich das anfühlt? Vielleicht finden Sie sich mit gesünderer Haut, gesünderem Haar und einem stärkeren Immunsystem sogar attraktiver.

Außerdem sparen Sie Wasser

Sollten Sie allerdings zu den 12 Prozent der Männer gehören, die sich nur einmal in der Woche „richtig“ waschen, sollten Sie die Schlagzahl ein bisschen erhöhen. Das könnte nämlich der Grund sein, warum Sie schon eine Weile kein Date mehr hatten ...

Autor: Kim Hooken-Smith


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