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Mittwoch, 21. Januar 2015

Kraftprobe in Leipzig: Zehntausende wollen demonstrieren

Anti-Legida-Demonstration am 12. Januar in Leipzig. Nicht nur die Islamkritiker, auch ihre Gegner wollen zu Zehntausenden auf die Straße gehen. Foto: Hendrik Schmidt dpa/Hendrik Schmidt - Anti-Legida-Demonstration am 12. Januar in Leipzig. Nicht nur die Islamkritiker, auch ihre Gegner wollen zu Zehntausenden auf die Straße gehen. Foto: Hendrik Schmidt 


Zu einer Großdemonstration des islamkritischen Legida-Bündnisses und etlichen Gegenaktionen erwartet Leipzig am Mittwoch bis zu 100 000 Menschen auf den Straßen der Stadt.
Die Behörden gehen davon aus, dass allein der Pegida-Ableger «Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes» bis zu 40 000 Anhänger mobilisieren könnte. Ursprünglich waren bis zu 60 000 Teilnehmer angekündigt gewesen.


Geplant sind außerdem 19 verschiedene Mahnwachen und Kundgebungen. Die Gegendemonstranten haben auch Blockaden angekündigt. Die Polizei ist mit 4000 Kräften aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. In Dresden waren am Montag aus Sicherheitsgründen sämtliche geplanten Kundgebungen verboten worden. Leipzig soll nun zum Ersatz werden.
Anders als geplant, darf Legida nicht den kompletten Leipziger Innenstadtring entlangziehen. Das Ordnungsamt erlaubte am Dienstag nur eine Teilstrecke - was die Organisatoren vor Gericht aber noch anfechten könnten. Die Gegenveranstaltungen müssen jeweils an einem festen Ort stattfinden, Demonstrationszüge sind nicht erlaubt. «Wir stehen schlicht und ergreifend vor einer Situation, die wir in Leipzig so noch nicht hatten», sagte Polizeipräsident Bernd Merbitz.
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warnte derweil davor, den Dialog mit Pegida komplett zu verweigern. «Für Pegida-Anhänger, die offen rassistisch argumentieren, gibt es für mich keine Gesprächsebene. Aber mit den anderen muss man natürlich reden», sagte Oppermann der Deutschen Presse-Agentur. «Ich finde es vernünftig, wenn es neutrale Dialogangebote gibt», betonte er mit Blick auf Gesprächsforen, etwa der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
Zuvor hatte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi einen Dialog kategorisch abgelehnt: «Das wäre ein falsches Zeichen, dort jetzt hin zu gehen und das zu unterstützen.» Grünen-Chef Cem Özdemir sagte «Spiegel Online», wenn er sich den Populismus der Organisatoren anhöre, frage er sich, worüber man mit ihnen ernsthaft reden solle. Linke-Chefin Katja Kipping sagte: «Wer wie die Pegida-Organisatoren Rassismus verbreitet und gegen Flüchtlinge hetzt, mit dem kann es keine Basis für einen Dialog geben.»
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in der Dresdner Frauenkirche betont, auf die Pegida-Kritik an Politik, Verwaltung und Medien könne nicht der Staat allein eine Antwort geben - alle seien gefragt.
In der sächsischen Landeshauptstadt, dem Zentrum der Pegida-Bewegung, setzen Landesregierung und Stadtspitze am Mittwochabend auf Dialog. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) wollen mit 300 Bürgern ins Gespräch kommen. In Köln demonstriert ein Aktionsbündnis gegen den «Islamkritischen Abendspaziergang» des Pegida-Ablegers Kögida.

4 Kommentare:

  1. Man bekommt noch wenig Informationen.

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  2. Sieht gut für Pegida Gegner aus. Der Stern berichtet von 10 000 Papnasen und DW schätzt 15 000. Man will sich noch nicht festlegen. Aber die Weltoffenen waren weit in der Überzahl. Das lässt mich hoffen.Die Hitler/Bachmann Nummer war natürlich für alle Gegner der Höhepunkt des Abends. Man geiferte und freute sich nach innen. Wie war das? Wir sind nicht ausländerfeindlich, nur die Kriminellen sollen schnell wieder verschwinden?. Der kriminelle Bachmann verschwand erst einmal als erster. Geschieht ihm recht. Wie sächselte die Kathrin Oertel sinngemäß zu Herrn Jauch: Ich bin ein ganz normaler Mensch wie sie auch. Da war dann doch die Kunstpause. Sie sah mal bestimmt mal gut aus aber da knitterten sich die Falten durch Gefühle. Hoffe der Alptraum findet nicht nur ein Ende, sondern man kann auf uns Deutsche wieder hoffen.

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  3. So ein Tag so schön wie heute, la la la

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  4. Verletzte bei Tumulten am Ende des Legida-Aufmarsches
    dpa

    Zum Ende der Legida-Demonstration in Leipzig ist es am Mittwochabend zu Tumulten gekommen. Dabei habe es «einige wenige Verletzte» gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Um was für Verletzungen es sich handelte und wer von wem attackiert wurde, war unklar.

    Es seien Böller und Flaschen geflogen. Zudem wurden nach Angaben der Polizei auch Journalisten attackiert - aus welchem Lager war zunächst ebenfalls ungeklärt. Die Fotoausrüstung eines Pressevertreters sei zerstört worden.

    «Es ist tatsächlich so, dass wir im Abgang Probleme bekommen haben, die Lager zu trennen», sagte der Polizeisprecher. Vor dem Hauptbahnhof habe es Zusammenstöße von Legida-Anhängern und Gegendemonstranten gegeben.

    Die Beamten versuchten, die Legida-Sympathisanten unter Polizeibegleitung in nördlicher Richtung aus der Innenstadt zu leiten. Gegen 22.00 Uhr habe sich die Lage beruhigt.


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