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Freitag, 11. Oktober 2013

Die populärsten Irrtümer über Zucker



Brauner Zucker enthält Mineralstoffe, Traubenzucker macht fit, Fruchtzucker schadet nicht und Honig ist gesünder als Zucker. Stimmt das wirklich? Vieles, was wir über Zucker zu wissen meinen, ist aber falsch. Wir haben die zehn häufigsten Irrtümer aufgelistet und räumen auf mit den Mythen rund um den süßen Stoff.
Man braucht täglich eine Mindestmenge Zucker.

Verschiedene Zuckerarten  

Wir brauchen keine Extra-Portion Zucker. Aus Brot zum Beispiel kann der Körper es selbst herstellen. Der Mensch braucht überhaupt keinen Zucker, um in Schwung zu kommen. Unser Gehirn und andere Organe benötigen zwar Glucose, auch Traubenzucker genannt, um gut funktionieren zu können. Aber die kann unser Körper aus vielen Nahrungsmitteln selbst produzieren, zum Beispiel aus Brot, Kartoffeln oder Getreide. Zucker gehört also nicht zu den Grundnahrungsmitteln.

Brauner Zucker ist gesünder als weißer Zucker.

Brauner Zucker sieht zwar natürlicher aus als weißer, aber das macht ihn noch lange nicht gesünder. Es gibt drei Arten von braunem Zucker: Vollzucker, Vollrohrzucker und Braunzucker. Vollzucker ist nicht raffinierter Zucker aus Zuckerrüben. Vollrohrzucker wird aus Zuckerrohr hergestellt und bei Braunzucker handelt es sich um karamellisierten Zucker, der mit Sirup braun gefärbt wird. Während es sich bei eingefärbtem Zucker um unseren herkömmlichen Haushaltszucker (Saccharose) handelt, enthalten Vollzucker und Vollrohrzucker mehr Mineralstoffe. "Der Unterschied zu weißem Zucker ist aber gering und spielt aus gesundheitlicher Sicht keine Rolle", so Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung.

Honig ist gesünder als Zucker.

Honig auf einem Löffel  Detailansicht des Bildes Bei Honig handelt es sich eigentlich nur um eine übersättigte Zuckerlösung. Der natürliche Geschmack täuscht: Zwar enthält Honig Spuren von Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen, aber zu 80 Prozent besteht er aus Fruchtzucker, Traubenzucker und anderen Zuckerarten. Der Rest ist Wasser, weshalb Honig eigentlich nur eine übersättigte Zuckerlösung ist. Daher ist es falsch, zu glauben, dass Honig wichtig für den täglichen Vitamin- oder Mineralstoffhaushalt ist. Gisela Olias warnt: "Für Kinder im ersten Lebensjahr kann Honig sogar gefährlich werden. Als Naturprodukt kann er das Bakterium "Clostridium botulinum" enthalten, das sich aufgrund der noch nicht stabilisierten Darmflora der Säuglinge im Darm der Kinder einnisten kann."

Zucker ist der beste Energielieferant.

Das ist falsch, denn Fett hat einen mehr als doppelt so hohen Energiewert wie Zucker. Zum Vergleich: Ein Gramm Fett enthält neun Kilokalorien, ein Gramm Zucker nur vier. Der beste Energielieferant ist und bleibt ein ausgewogenes Essen mit Ballaststoffen, Eiweißen und Vitaminen. Und das hält auch am längsten satt.

Zucker ist ein Vitamin- und Kalziumräuber.

Es ist ein Mythos, dass Zucker dem Körper Kalzium raubt und damit die Knochen "weich macht". Diese Annahme geht auf falsche Folgerungen aus Versuchen aus den 1920er-Jahren zurück. Zwar braucht der Körper zum Verdauen von Zucker das Vitamin B1, dieses baucht er aber auch zum Verdauen von allen Kohlenhydraten. Und bei einer ausgewogenen Ernährung nimmt der Mensch sowieso immer genügend B1 zu sich.

Traubenzucker ist gesund und macht fit.
Gähnend sitzt ein Mann mit aufgestütztem Kopf und einem Kaffeebecher in der Hand an einem Tisch, auf dem eine aufgeschlagene Zeitung liegt. © picture-alliance / dpa Detailansicht des Bildes Traubenzucker geht zwar schnell ins Blut, wird aber auch schnell wieder abgebaut. Zwar steigert Traubenzucker die Konzentration und macht munter. Dieser Effekt ist aber nur von kurzer Dauer, denn der Körper schüttet große Mengen Insulin aus, nachdem ihm Traubenzucker zugeführt wurde. Dennoch sinkt der kurzfristig erhöhte Blutzuckerspiegel danach wieder drastisch ab. Und das bewirkt dann genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen wollte - man fühlt sich schlapp. Gisela Olias rät: "Um zu starke Blutzuckerspiegelschwankungen zu vermeiden, ist es besser, Vollkornprodukte zu verzehren. Die in ihnen enthaltenen Kohlenhydrate werden langsam zu Traubenzucker abgebaut und sorgen für einen konstanten Blutzuckerspiegel."

Fruchtzucker ist gesund.

Was viele nicht wissen: Obst enthält auch Zucker, neben Traubenzucker (Glukose) den nach ihm benannten Fruchtzucker. Und diese Fruktose enthält nicht weniger Kalorien als unser Haushaltszucker, genannt Saccharose. Wissenschaftler haben sogar herausgefunden, dass Fruchtzucker die Leber schädigen kann. Es erhöht nämlich das Risiko, eine Fettleber zu bekommen - auch schon als Kind.
 
"Zuckerfrei" bedeutet "ohne Zucker".
Das ist ein Irrglaube. Denn außer unserem Haushaltszucker gibt es noch weitere Zuckerarten wie Trauben-, Frucht- und Milchzucker. Vom gesundheitlichen Standpunkt unterscheiden sich diese Sorten nicht vom Haushaltszucker. "Zuckerfreie" Lebensmittel sind nur solche, die weniger als 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter enthalten. "Ohne Zuckerzusatz" hingegen darf nur verwendet werden, wenn kein süßender Stoff zugesetzt wurde.

 picture-alliance/cromorange NDR Fernsehen, Ratgeber

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