Die Gewürzrinde hat sich als Kübelpflanze bewährt und zeigt ihren schönen Flor auch im Winterquartier
Recht attraktive, aber leider immer noch sehr selten anzutreffende Pflanzen im häuslichen Bereich sind die Arten der Kassia oder Gewürzrinde (Senna, syn. Cassia). Die Gattung, die zur Familie der Hülsenfrüchtler (Caesalpiniaceae) gehört, kann mit über 400 Arten aufwarten. Ihre Heimat sind tropische und subtropische Gebiete der Erde, wobei die meisten Arten in Südamerika und Afrika natürlich vorkommen. In Kultur sind in unseren Breiten nur wenige Arten, die sich als Kübelpflanzen bewährt haben.
Aus Südamerika stammt die Doldentraubige Kassie (Senna corymbosa), wo sie vor allem im tropischen Argentinien, in Uruguay und im Süden von Brasilien zu finden ist. Dort wächst sie vorwiegend in Gebieten, die während der Regenzeit überflutet und in der Trockenzeit ausgedörrt sind.
Die ersten Pflanzen dieser Art wurden 1796 nach England eingeführt und kurze Zeit später auch in Deutschland kultiviert. Es handelt sich hierbei um einen Strauch oder kleinen Baum, der im Kübel etwa 150 Zentimeter Höhe erreichen kann. Ausgepflanzt kann diese Gewürzrindenart sogar bis drei Meter hoch werden. Die Pflanze ist meist immergrün und trägt bis fünf Zentimeter lange Blätter, die aus vier bis sechs länglich ovalen Blättchen bestehen. Von Juli bis Oktober erscheinen zahlreiche goldgelbe Blüten, die in achsel- oder endständigen, locker aufgebauten Doldentrauben vereinigt sind.
Ähnlich ist Senna septemtrionalis, ebenfalls eine wertvolle Kassia-Art. Sie hat im Gegensatz von Senna corymbosa eine größere Anzahl von Fiederblättern, wodurch das Laub insgesamt eleganter wirkt. Die dritte im Bunde ist Senna x floribunda. Diese Hybride unterscheidet sich von den beiden vorgenannten Arten vor allem durch ihre Blütezeit. Sie beginnt erst im Hochsommer, hält dafür aber bis weit in den Winter hinein an, wenn sie in einem lichtreichen Wintergarten steht.
Längere Blätter mit zahlreichen Fiederblättchen und aufrecht stehende Doldentrauben sind das Kennzeichen von Senna didymobotrya. Die Art hat im tropischen Afrika ihre Heimat. Dort besiedelt sie Savannen und Trockenwaldbereiche und gedeiht besonders prächtig vorwiegend in abflusslosen Senken, die während der Trockenzeit austrocknen und während der Regenzeit überflutet sind. Die Pflanze entwickelt sich zu kleinen Bäumen oder Sträuchern, die maximal drei Meter Höhe erreichen. Die dicht stehenden und aufrecht wachsenden Triebe tragen zahlreiche dekorative Fiederblätter, die im Jugendstadium wie auch die Triebe fein behaart sind Die Blätter sind mit vier- bis 18-paarige Blättchen besetzt und erreichen eine Länge von bis zu 35 Zentimetern. Besonders auffallend sind die zahlreichen gelben Blüten, die in 15 bis 30 Zentimeter langen, straff aufrecht stehenden Trauben zusammenstehen. Sie erscheinen vom Frühsommer bis in den Herbst hinein in großer Zahl und schmücken diese herrliche Kübelpflanze.
Auf Grund der natürlichen Standortbedingungen ist der Lebensrhythmus der Senna-Arten von einer ausgeprägten Wachstums- und Ruheperiode geprägt. Während der Wachstumsphase vom Frühjahr bis zum Herbst verlangen die Pflanzen reichlich Wasser und regelmäßige Gaben eines Volldüngers im Abstand von etwa zwei Wochen. Am wohlsten fühlen sie sich an einem vollsonnigen Platz auf der Terrasse oder dem Balkon. Sobald die ersten Fröste nahen, kommen die Pflanzen ins Winterquartier. Optimal ist eine helle Überwinterung bei etwa acht Grad Celsius, wobei die Blüten dann noch bis weit in den Winter hinein erscheinen. Deshalb empfiehlt sich für die Gewürzrinde ein Platz im Wintergarten oder im hellen Treppenhaus. Das Gießen schränkt man nun etwas ein. Dabei ist zu beachten, dass wärmer stehende Pflanzen mehr Wasser benötigen als kühler gehaltene Exemplare. In jedem Fall ist es besser, kurzzeitig einen trockenen Ballen in Kauf zu nehmen, als ein zu nasser Stand während der Winterzeit.
Im Frühjahr verpflanzt man die Senna-Arten in eine humose Mischung aus Komposterde, gut verrotteter Laub erde und Sand. Bei älteren Pflanzen sollte noch etwas Lehm hinzugefügt werden. Als Vorratsdünger empfehlen sich Knochenmehl oder Hornspäne. Wenn die im Handel angebotene Einheitserde mit etwas Sand angereichert wird, ist auch diese als Substrat geeignet.
Wurde die Pflanze im Herbst nicht zurückgeschnitten, kann der Schnitt im Frühjahr erfolgen. Buschige Pflanzen erzielt man, wenn bis weit ins alte Holz geschnitten wird.
Wer Senna selbst vermehren möchte, kann die im Frühjahr beim Rückschnitt gewonnenen Triebe verwenden. Erfolg versprechend ist die Stecklingsvermehrung allerdings nur bei so genannten „Grünstecklingen“. Deshalb muss die Senna im Frühjahr erst Neutriebe gebildet haben, aus denen die Stecklinge gewonnen werden. Ältere Triebe haben bereits Hohlmark und würden deshalb keine Wurzeln bilden. Die Länge der Stecklinge hängt vom Abstand der Blattpaare ab. Als Richtwert gilt, dass ein Steckling zwei oder drei Blattpaare haben sollte. Man schneidet ihn direkt unter dem Blattknoten, entfernt das untere Blattpaar und steckt den Trieb in ein Gemisch aus Rindenhumus oder Torfmull und Sand zu gleichen Teilen. Nach dem Gießen stellt man den Ableger in einem Raum bei Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius auf und bedeckt den Topf mit einer durchsichtigen Folie, um eine feuchte Atmosphäre zu erzielen. Nach einigen Wochen haben die Stecklinge Wurzeln gebildet. Sie erkennt man am Neutrieb. Die Folie wird jetzt gelüftet, so dass sich die Jungpflanzen allmählich an die Frischluft gewöhnen können. Nach zwei bis drei Tagen kann die Folie entfernt werden und die noch kleine Senna in das oben beschriebene Kultursubstrat verpflanzt und allmählich an die Sonne gewöhnt werden.
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