Große Fenster oder lieber Privatsphäre? Bücherregal oder Flachbildfernseher an der Wand? Wie wir unsere Wohnungen einrichten, ist individuell sehr verschieden. Allerdings gibt es durchaus Menschen, die einen ähnlichen Geschmack bei der Ausstattung und Einrichtung von Haus oder Wohnung haben. Zehn solcher Wohn-Typen gibt es — sie legen auf die gleichen Dinge Wert und haben ähnliche Vorstellungen darüber, wie sie wohnen möchten.
Axel Schmitz ist studierter Kaufmann, der schon viele Jahre in der Wohnprojektentwicklung arbeitet. Dabei ist ihm etwas aufgefallen. "Ich habe festgestellt, dass die Verantwortlichen häufig von sich auf andere schließen. Ein Architekt macht häufig einen Entwurf, der auf seine eigenen Vorstellungen maßgeschneidert ist — und nicht zwangsläufig widerspiegelt, was die Menschen wünschen, die dort einmal wohnen sollen", sagt Schmitz.
Deshalb untersuchte er für seine Doktorarbeit an der Bauhaus-Universität Weimar die unterschiedlichen Vorlieben beim Wohnen. Er ist außerdem Autor eines Buches mit dem Thema namens "Zielgruppenspezifische Wohnprojektentwicklung". Seine Erkenntnisse können Architekten und Inneneinrichtern eine Orientierungshilfe geben, um Wohnungen auf ihre zukünftigen Bewohner hin zielgenau zu planen.
Er analysierte die verschiedenen Zielgruppen und beleuchtete dabei Aspekte, die ihnen jeweils wichtig sind: Wie viele Autos fährt die Zielgruppe im Schnitt pro Person? Wird eine offene oder geschlossene Küche bevorzugt? Wird überhaupt selbst gekocht und wenn ja, wie oft und mit Gästen oder ohne? Wird auch von zu Hause gearbeitet? Ist dafür ein eigener Schreibtisch notwendig? Wie viele Tage im Jahr ist die Zielgruppe in der Wohnung?
Schmitz befragte über 2.000 Menschen zu ihren Wohnvorlieben. Er erfasste dabei auch das Alter, ihr Bildungsniveau und ihre aktuelle Wohnsituation: Leben sie alleine, in einer WG, mit Partnern oder als Familie? Er nutzte dabei das Modell der Sinus-Milieus vom Deutschen Sinus Institut, eine Gesellschaftstypologie, die Menschen nach Lebensauffassungen und Wertehaltungen in "Gruppen Gleichgesinnter" zusammenfasst.