Die Zahl der Toten ist nach dem heftigen Erdbeben in Ecuador auf mehr als 500 gestiegen. Internationale Hilfe rollt an - während heftige Nachbeben die Krisenregion erschüttern.
Spiegel Online
Long bekommt Unterstützung vom Uno-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien, der mit ihm die Katastrophengebiete besuchen wird, um zu sehen, wie die Vereinten Nationen helfen können. Auch US-Präsident Barack Obama sagte seine Unterstützung zu. Man werde "alles tun, was möglich ist", sagte er dem ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa in einem Telefongespräch.
Während die Rettungs- und Aufräumarbeiten in vollem Gange sind, bebt die Erde unaufhörlich weiter. Am späten Dienstagabend gab es ein Nachbeben der Stärke 5,5 - eines von mehr als 400 seit dem großen Beben vom Samstag.
Regierungsangaben zufolge werden noch mindestens 231 Menschen vermisst. Die Chance, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden, schwindet mit jedem Tag.
In der kleinen Stadt Montecristi, nahe der Hafenstadt Manta, wurden am Dienstag zwei Kinder begraben. Sie waren mit ihrer Mutter von dem Beben überrascht worden, als sie gerade Essen für die Schule einkauften. Die Trauerfeier wurde unter freiem Himmel unter einem Sonnensegel abgehalten - die örtliche katholische Kirche gilt als einsturzgefährdet.
Ergreifende Trauerszenen spielten sich im gesamten Krisengebiet ab. Den Bestattern an der Pazifikküste gehen bereits die Särge aus, sie werden jetzt aus dem Inland geliefert.
Dem Tod von der Schippe gesprungen
Doch es gibt auch Hoffnung: Allein sechs Überlebende wurden noch am Dienstag in Manta gefunden. Eine der guten Geschichten ist die von Pablo Cordova, der es 36 Stunden lang unter den Trümmern eines Hotels in Portoviejo aushielt.
Er trank seinen eigenen Urin und betete, dass das Mobilfunknetz wieder funktionieren möge, bevor sein Handy-Akku den Geist aufgebe. Am Montagnachmittag gelang es ihm, seine Frau anzurufen. Kurz darauf zogen ihn kolumbianische Helfer aus den Trümmern - da hatte die Ehefrau schon einen Sarg für ihn bestellt.
Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend vor allem einen rund hundert Kilometer breiten Küstenstreifen 200 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito getroffen . Rund ein Drittel der Todesopfer kam aus der Küstenstadt Pedernales, die größtenteils zerstört wurde. Auch die Städte Manta und Portoviejo wurden schwer beschädigt.
Das aktuelle Beben zerstörte geschätzt 1500 Gebäude, löste
Schlammlawinen aus und machte etwa 20.000 Menschen obdachlos. Der
Wiederaufbau werde nach ersten Schätzungen zwei bis drei Milliarden
Dollar kosten, sagte Correa: "Das wird ein langer Kampf."
518 der Opfer konnten bereits identifiziert und ihren Familien übergeben werden. Laut Staatsanwaltschaft befinden sich mindestens elf Ausländer unter den Toten - drei Kolumbianer, drei Kubaner, zwei Kanadier sowie je ein Opfer aus der Dominikanischen Republik, Großbritannien und Irland.
ala/dpa/AP
518 der Opfer konnten bereits identifiziert und ihren Familien übergeben werden. Laut Staatsanwaltschaft befinden sich mindestens elf Ausländer unter den Toten - drei Kolumbianer, drei Kubaner, zwei Kanadier sowie je ein Opfer aus der Dominikanischen Republik, Großbritannien und Irland.
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