Verletzte in Ecuador: Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke des Bebens mit 7,8 an. Foto: Christian Escobar Mora
dpa
17. April 2016
Ein
schweres Erdbeben hat Ecuador erschüttert. Der Erdstoß forderte ersten
Berichten zufolge Dutzende Menschenleben in verschiedenen Teilen des
Landes, die Behörden riefen nach dem heftigen Erdstoß an der Westküste
Ecuadors am Samstagabend (Ortszeit) den Ausnahmezustand aus.
Die
US-Erdbebenwarte USGS und die ecuadorianischen Behörden gaben die
Stärke mit 7,8 an. Das Epizentrum lag demnach in der westlichen Provinz
Esmeraldas, zunächst war von einem Ort vor der Küste die Rede gewesen.
Das Pazifik-Zentrum für Tsunamiwarnungen gab eine Warnung für Ecuador
aus.
Vizepräsident
Jorge Glas berichtete in einer Fernsehsprache über mindestens 41
Todesopfer landesweit. Das Beben sei das stärkste in dem Land seit 1979.
Die Zahl der Toten werde voraussichtlich weiter steigen, sagte Glas
weiter. Betroffen war unter anderem die Provinz Manabí. Auch aus
Guayaquil, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes, wurden Tote
gemeldet.
Viele
andere Städte meldeten Schäden. Einem Bericht der Zeitung «El
Telégrafo» zufolge fiel in vielen Stadtteilen der Hauptstadt Quito der
Strom aus. In Esmeraldas stürzten laut «El Telégrafo» 71 Häuser
zusammen. 32 Menschen wurden verletzt.
Das
Geologische Institut Ecuadors berichtete über mehrere Nachbeben. Die
Regierung schickte landesweit Tausende Soldaten auf die Straßen, um die
öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, wie Vizepräsident Glas erklärte.
In Manabí habe es Unruhen gegeben. Der Ausnahmezustand galt zunächst in
sechs Provinzen des Landes.
Staatschef
Rafael Correa machte seinen Landsleuten im Kurznachrichtendienst
Twitter Mut. Correa befand sich zum Zeitpunkt des Bebens zu Besuch in
Europa. Der Präsident rief die Bevölkerung auf, sich wegen der
Tsunamigefahr von den Küstenregionen zu entfernen. Das Pazifik-Zentrum
für Tsunamiwarnung hatte zunächst eine Warnung für Dutzende Länder der
Pazifikregion ausgegeben, diese wurde später für alle betroffenen Länder
bis auf Ecuador aufgehoben.
Das
südamerikanische Land liegt geografisch am sogenannten Pazifischen
Feuerring, einem Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen. Er ist etwa 40
000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen
verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen
Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und
Tsunamis zur Folge haben. Das Halbrund aus «Feuerbergen» reicht von den
Küsten Süd- und Nordamerikas bis zu einer Reihe von Inselketten im
asiatisch-pazifischen Raum.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen