Schwere Niederlage für Dilma Rousseff: Das Parlament hat mit
deutlicher Mehrheit für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Brasiliens
Präsidentin votiert. Nun muss noch der Senat über die Zukunft der
Staatschefin abstimmen.
Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff
hat die Abstimmung über ihre Amtsenthebung in Parlament überraschend
deutlich verloren. Nachdem die Regierung im Vorfeld noch an einen Stopp
des Verfahrens geglaubt hatte, wurde bei der neunstündigen Debatte und
Abstimmung nicht nur die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erzielt. Am
Ende votierten 367 Abgeordnete für ein Amtsenthebungsverfahren gegen
Rousseff, 137 dagegen.n der Zeit der Suspendierung würde ihr Widersacher, Vizepräsident Michel Temer, die Politikerin der linken Arbeiterpartei PT ersetzen. Spätestens im Oktober könnte der Senat mit Zweidrittelmehrheit Rousseff endgültig des Amtes entheben, und Temer würde bis 2018 Präsident bleiben. Seine Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) hat mit der Regierung gebrochen, er ist aber weiter Vizepräsident.
Rousseff kämpfte bis kurz vor der Abstimmung gegen eine Niederlage. In einer Videobotschaft warnte sie die Bevölkerung vor einem "Staatsstreich": Im Falle ihres Sturzes würden soziale Programme gekürzt. Auch Rousseffs Widersacher Temer meldete sich zu Wort: Auf Twitter schrieb er, sie lüge.
Bisher gab es solch ein Verfahren erst einmal. 1992 wurde Fernando Collor de Mello nach Korruptionsvorwürfen für 180 Tage suspendiert - und trat am Ende schließlich selbst zurück.
als/vme/Reuters/dpa
Spiegel online
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