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November 12, 201

1. Unverrückbare Ernährungsregeln
Klar, auch Veganer haben Regeln – nämlich den Verzicht auf tierische Produkte. Bei Menschen mit Orthorexie weitet sich der Verzicht aber deutlich aus, denn es geht weder ums Abnehmen noch um Tierschutz, sondern um ein Gefühl von Reinheit. Und den Wunsch, alle potenziell ungesunden Zusatz- und Schadstoffe vom Speiseplan zu streichen. Deswegen ist meist nicht nur Fleisch tabu, sondern auch alle Produkte ohne Biosiegel, Zucker, Fett und teilweise sogar das Kochen, das die Nährwerte zerstören könnte.

Ähnlich wie bei anderen Essstörungen ist es ein deutliches Warnsignal, wenn sich der ganze Tag nur noch um die Ernährung dreht. Schon morgens kreisen die Gedanken darum, was heute auf dem Speiseplan steht und der letzte Gedanken am Abend ist das gesunde Frühstück am nächsten Tag. Jede Abweichung ist mit Unwohlsein und Schuldgefühlen verbunden.
3. Andere Menschen werden missioniert
Der Freund verdrückt ohne mit der Wimper zu zucken eine Pizza: Undenkbar für Menschen mit zwanghaftem Gesundheitsbewusstsein. Vermeintlich ungesunde Lebensweisen werden kritisiert und die Betroffenen versuchen, andere Menschen von ihrer Ernährungsphilosophie zu überzeugen. Oft ist ein ungezwungenes Zusammensein mit Nicht-Orthorexikern gar nicht mehr möglich. Das kann auch zu sozialer Isolation führen.

Die Mittagspause mit den Kollegen oder das gemeinsame Kochen mit Freunden – das ist für Orthorexie-Betroffene tabu. Sobald sie nicht genau wissen, welche Produkte verarbeitet wurden und alle bedenklichen Inhaltsstoffe ausgeschlossen werden können, fällt das Essen flach. Deswegen nehmen sie sich meist eigenes Essen mit – oder schlagen Einladungen direkt aus. Soziale Probleme sind auch deswegen vorprogrammiert.
5. Geschmack ist sekundär
Unabhängig davon, ob sie früher mal gerne Käse gegessen haben oder ein Gericht noch so verlockend duftet: Der Faktor Gesundheit dominiert ganz klar dem Faktor Genuss. Nichts wird verzehrt, weil es lecker schmeckt, sondern nur, weil es für gesund und somit unbedenklich befunden wurde. Spaß am Essen rückt völlig in den Hintergrund.
All diese Symptome sind noch kein „Beweis“ für ein krankhaftes Verhalten, aber definitiv deutliche Symptome. Zudem kann der komplette Verzicht auf Fett, Zucker und andere wichtige Nährstoffe zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen. Deswegen sollte, wenn diese Symptome dauerhaft beobachtet werden, in jedem Fall ein Arzt oder ein Therapeut aufgesucht werden.
Bilder: Thinkstock
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