
Es gibt nur zwei Sorten Fett: ungesundes und gesundes
Das Gerücht, dass gesättigte Fettsäuren und Transfette schlecht für den Körper sind, während ungesättigte Fettsäuren unsere Gesundheit fördern, hält sich so hartnäckig wie unliebsame Speckröllchen – tatsächlich sieht die Sache aber etwas komplizierter aus. Insgesamt gibt es nämlich nicht nur zwei, sondern gleich sieben verschiedenen Fettsorten mit unterschiedlichen Eigenschaften:
1. Transfette (sehr ungesund, enthalten beispielsweise in Margarine und Chips)
2. Omega-6-Fettsäuren (immer noch ziemlich ungesund, enthalten beispielsweise in Sonnenblumenöl)
3. Mittelkettige Trigylceride (nicht gaaanz so ungesund, enthalten beispielsweise in Palmöl)
4. Gesättigte Fettsäuren (weder gesund noch ungesund, enthalten beispielsweise in Fleisch und Milchprodukten)
5. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (tendenziell eher gesund, enthalten beispielsweise in Walnüssen)
6. Einfach ungesättigte Fettsäuren (ziemlich gesund, enthalten beispielsweise in Avocado und Olivenöl)
7. Omega-3-Fettsäuren (ausgesprochen gesundheitsförderlich, enthalten beispielsweise in Lachs)
(Bild: Thinkstock)
Fett macht dick, Olivenöl ist aber gesund und von Vollmilchprodukten sollte man besser die Finger lassen? Wie so oft, sieht die Wahrheit etwas komplizierter aus. Hier räumen wir mit zehn großen Mythen rund um das Thema Fett auf …
Stimmt so einfach nicht. Natürlich sollten wir uns nicht von früh bis spät mit fetthaltigen Nahrungsmitteln wie Pizza und Pommes vollstopfen – gleichzeitig werden wir aber auch nicht automatisch dick, wenn wir Fett nicht komplett von unserer Speisekarte streichen. Tatsächlich verhindert Fett bis zu einem gewissen Grad nämlich sogar, dass wir dick werden! Denn da der Körper sehr lange braucht, um Fett zu verdauen, hält es uns besonders lange satt. Entsprechend essen wir weniger und nehmen dadurch weniger Kalorien zu uns. (Bild: Thinkstock)
Fettige Ernährung führt zu unreiner Haut und stumpfem Haar? Ganz im Gegenteil – Fett (wie immer natürlich in Maßen) ermöglicht dem Körper die Aufnahme all der Vitamine, die unsere Haut und unser Haar für ein gesundes Aussehen brauchen. Nebenbei macht Fett übrigens auch noch klug. Es wird nämlich vom Körper in essentielle Fettsäuren umgewandelt, die das Gehirn zum Denken benötigt. (Bild: Thinkstock)
Falsch: Gesättigte Fettsäuren, wie sie in Fleisch und Milchprodukten enthalten sind, befinden sich in Wahrheit in der neutralen Mitte der Fett-Liste. Entgegen aller Gerüchte verursachen oder verstärken sie Herzerkrankungen nicht. (Bild: Thinkstock)
Milchprodukte enthaltene eine ganz eigene Form von Fett, die der Körper vermutlich anders absorbiert als sonstige Fette: Eine Studie belegt, dass Personen, die Vollmilchprodukte (oder eine Mischung aus diesen und fettreduzierten Milchprodukten) konsumieren, seltener an Übergewicht, erhöhtem Blutdruck und Typ-2-Diabetes leiden und eine höhere Lebenserwartung haben als Personen, die gar keine oder nur fettreduzierte Milchprodukte konsumieren. (Bild: ddp)
Ja, Olivenöl ist supergesund – aber nur, wenn es nicht erhitzt wird. Bei hohen Temperaturen kann es passieren, dass sich die in Olivenöl enthaltenen einfach ungesättigten Fettsäuren in gefährliche Transfette verwandeln – und das passiert bei der Erwärmung von Erdnuss-, Avocado- und Sesamöl nicht so schnell. (Bild: Thinkstock)
Tatsächlich braucht der Körper Fette sogar dringend, um die gesunden Nährstoffe aus den Salatzutaten aufnehmen zu können. Verzichten Sie auf Salatöl, sparen Sie also Kalorien – bekommen aber auch kaum etwas von den Vitaminen ab. (Bild: Thinkstock)
Nein – jedenfalls nicht sofort. Denn die Leber speichert Energie in Höhe von 1.000 Kalorien in Form von leicht verbrennbarem Zucker, die man erst mal abarbeiten muss, ehe der Körper überhaupt anfängt, Fett zu verbrennen. Da wir beim Cardio-Training meistens keine 1.000 Kalorien pro Stunde verbrennen, werden unsere Fettpolster also gar nicht erst angezapft. Kurzum: Es ist völlig egal, welche Art Sport wir treiben – Hauptsache, Bewegung! (Bild: Thinkstock)
Transfette, wie sie beispielsweise in Margarine und Chips enthalten sind, können sich im Körper, genauer: in den Arterien und der Leber ablagern. Die Zellwände werden durch die Schicht aus Transfetten undurchlässig, dadurch wird der Nährstoffaustausch beeinträchtigt. Außerdem erhöhen Transfette den “bösen” LDL-Cholesterinspiegel und senken den “guten” HDL-Cholesterinspiegel und erhöhen dadurch das Risiko für verstopfte Gefäße und koronare Herzerkrankungen. In den USA übrigens ist die Verwendung von Transfetten in der Lebensmittelindustrie erst kürzlich verboten worden. (Bild: Thinkstock)
Auf diese Aussage kann man sich leider nicht verlassen – denn ein auf der Zutatenliste ausgeschriebener Gehalt von 0 Gramm Transfette bedeutet nur, dass weniger als 0,5 Gramm enthalten sind. Das Problem: Essen Sie vier Portionen, haben Sie trotzdem zwei Gramm Transfette zu sich genommen, und bereits diese Menge kann schädlich sein. Am besten fahren Sie also, indem Sie einfach ganz auf Fertignahrungsmittel verzichten, da Transfette in diesen am häufigsten vorkommen. (Bild: ddp)
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