Ein langjähriger Rechtsstreit mit US-Hedgefonds hat für Argentinien weitere unangenehme Folgen.
Der New Yorker Richter Thomas Griesa entschied am Freitag, dass neben den Fonds
auch noch etliche andere Investoren mit Forderungen über insgesamt 5,4
Milliarden Dollar (4,9 Mrd Euro) beim Schuldendienst bevorzugt behandelt
werden müssen.Solange diese Rechnungen nicht beglichen sind, darf Buenos Aires den Großteil der restlichen Gläubiger nicht bezahlen. Die Regierung kritisierte das Urteil laut argentinischen Medienberichten heftig und kündigte an, Berufung einzulegen.
Hintergrund ist ein
erbitterter Konflikt mit den New Yorker Hedgefonds NML Capital und
Aurelius. Sie hatten sich nach der Staatspleite 2001 günstig
ausfallbedrohte argentinische Anleihen gekauft und dann auf volle
Rückzahlung geklagt. Mehr als 90 Prozent der anderen Gläubiger
akzeptierten hingegen einen Schuldenschnitt.
Griesa schlug sich auf die Seite der Hedgefonds. Sein
Richterspruch blockt Zahlungen an andere Anleihehalter, solange NML und
Aurelius ihre Forderungen von mehr als 1,3 Milliarden Dollar plus
aufgelaufener Zinsen nicht erhalten. Er ist in dem Fall zuständig, weil
die strittigen Staatspapiere einst in Dollar und unter US-Recht
ausgegeben wurden.Nun weitete Griesa seine Rechtsprechung auf über 500 andere Investoren aus, die ebenfalls die Umschuldungen ablehnten. Argentinien weigert sich bislang, die von der Regierung als «Aasgeier» geschmähten Fonds zu bezahlen. Das Land wird deshalb seit August 2014 von Ratingagenturen als technisch zahlungsunfähiger Pleitefall eingestuft.
Für Argentinien wird es durch den juristischen Dauerclinch immer schwieriger, wieder Zugang zu den internationalen Kreditmärkten zu finden. Viele Analysten setzen jedoch darauf, dass die Präsidentschaftswahlen im Oktober eine Wende bringen. Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner, die mit den klagenden Investoren über Kreuz liegt, darf nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren.
dpa...

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