Ärzte raten nach Untersuchung von Peitschenhieben ab
AFP - Die neuerliche Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers Raef
Badawi könnte nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty
International zum zweiten Mal in Folge verschoben werden
Die
neuerliche Auspeitschung des saudiarabischen Bloggers Raef Badawi
könnte nach Angaben von Menschenrechtlern zum zweiten Mal in Folge
verschoben werden. Ein Ärzte-Komitee sei nach einer Untersuchung des
30-Jährigen zu dem Schluss gelangt, dass dessen Gesundheitszustand
zunächst keine weiteren Peitschenhiebe zulasse, teilte Amnesty
International mit. Es sei aber unklar, ob die saudiarabische Regierung
den Rat der Mediziner befolge, oder ob sie trotzdem eine Fortsetzung der
Bestrafung anordne. Amnesty verlangte die sofortige Freilassung
Badawis.
Die Auspeitschung war für Freitag
angesetzt, nachdem der ursprüngliche Termin eine Woche zuvor ebenfalls
aus medizinischen Gründen abgesagt worden war. Die Wunden des Bloggers,
der am 9. Januar die ersten 50 Peitschenhiebe über sich ergehen lassen
musste, waren nach Angaben seiner Frau Ensaf Haidar noch nicht
ausreichend verheilt.
Badawi war zu 1000 Peitschenhieben verurteilt worden, nachdem er auf
seiner Internetseite "Liberal Saudi Network" immer wieder die
Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen
Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islam kritisiert
hatte. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im November
vergangenen Jahres wegen "Beleidigung des Islam" verurteilt. Die
Peitschenhiebe sollen auf 20 Wochen aufgeteilt werden.Der Fall des Bloggers sorgte international für Empörung. Die EU forderte erneut ein Ende der Bestrafung. Ein solches Vorgehen sei "erniedrigend, inakzeptabel und verstößt gegen die Menschenwürde", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. Die EU und ihre Mitgliedstaaten stünden weiter im Kontakt mit den Behörden in Saudi-Arabien, um sich für Badawi einzusetzen.
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