Heute saß ich wieder auf dem Dach und wartete auf Charly. Er hat sich in mein Herz geschlichen. Gedanken von meiner Kindheit kamen hoch. Da saß ich dicht am Río de la Plata, mein Blick fiel auf eine große Palme und dachte an den Kohlenpott.
Trommeln ertönten vom Ufer, unwirklich und zugleich sehr schön. Eine Form der Geborgenheit.
Als Kind wollte ich immer ein Tier haben aber im Kohlenpott, in den Nachkriegsjahren, war dafür kein Platz. Mein Nenn-Großvater hatte Tiere.....Nutztiere. Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen und Tauben. Nur ein einziges mal hat er mich überredet, dass ich mich um eines der neugeborenen Kaninchen kümmere. Als das Fell Weihnachten am Küchenfenster hing, verging mir nicht nur der Appetit, sondern ich war echt unglücklich. Das Weihnachten konnte ich streichen. Was war das? Ich hatte Emotionen für den Mümmelmann aufgebaut. Freute mich auf ihn und wir haben miteinander gekuschelt. So was kann man nicht essen. Meine Mutter hat nicht daran gedacht oder es nicht mitbekommen, dass ich eine besondere Beziehung zu dem Kaninchen hatte. Obwohl ich noch sehr klein war, höchstens 6 Jahre, gab es einen Riss im Verhältnis zu meiner Mutter.
Irgendwann gab ich es auf um Haustiere zu betteln. Sie machten Dreck, nervten oder kosteten Geld. Nicht mal die Einstiegsdroge "Hamster" war drin. Der erste Freiraum vom Elternhaus gab mir die Gelegenheit für ein Haustier. Es war ein Hund. Alle Menschen die ich kennen lernte , tastete ich auf Tierliebe ab. Hatte seltsamerweise nur einmal eine Irritation aber an sonsten trat ich in den Club der Tierliebhaber.
Viele Hunde begleiteten mich bis ich auf Katzen kam. Hatte Vögel, die mit Katzen klar kamen, Meerschweinchen mit Hamster. Würde zu weit führen sie alle aufzuzählen, da fast alle Notfälle waren. Oft nur kurz um sie weiter zu geben. Wunderschön sich ein Heim mit Tieren zu schaffen. Mein Sohn René wollte einen eigenen Hund und er bekam ihn. Die Beiden waren eine Einheit. Eine wundervolle Freundschaft. Erlebnisse, die ich nicht missen möchte.
In Spanien konnte ich mich zum ersten mal richtig austoben. Auf dem Land und man hatte Zeit.. Herr Difi hatte zu Anfang etwas Panik in den Augen aber schmolz bei einem Katzenbaby dahin. Er baute und machte. Dafür liebe ich ihn besonders.
In Uruguay bekommt es noch eine andere Qualität. hier kann man sich einbringen im Tierschutz.
Wenn ich die Tiere spüre, wie sie sich anschmiegen, Herrn Difi belagern und das Bett einnehmen, (das dürfen nur Katzen) fühle ich mich wohl. Nicht alle wollen das. Jeder hat seinen Schlafplatz, die eigenen Gewohnheiten. Das ich mich auch noch um andere Tiere kümmere ist Tierschutz. Man kann nicht alle aufnehmen. Sollte man auch nicht. Meine Eule hat ihren eigenen Dickkopp...und das ist gut so. Wir reden immer von artgerechter Haltung. Ist nicht einfach den eigenen Egoismus zu entgehen und unser menschliches Denken auf Tiere nicht zu projizieren. Aber es lohnt sich darauf einzulassen. Denn nur so entsteht eine Verständigung. Auch wenn dadurch Risiken entstehen.
Wir bekommen so viel Liebe zurück. Echte Liebe ohne Hintergedanken. Schön, den Weg zu den Tieren zu finden und zu gehen. Das Foto oben, habe ich gerade gemacht. Gute Nacht Charly.
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