Habe in Uruguay lernen müssen , Tiere zu respektieren, die nur mal vorbei kommen weil sie Hunger haben, krank oder verletzt sind. Vielleicht auch einfach nur müde sind oder das Wetter ungemütlich ist. Bis auf zwei Katzen hatten alle Zeichen von Kämpfe. Waren nicht jung und garantiert schon Jahre unterwegs.
Alle Begegnungen waren freundlich.Bekam das Gefühl man versuchte es mir recht zu machen. Charly zeigte es mir am deutlichsten. Er blieb nur so lange wie er wieder fit war. Er strich mir um die Beine, schnurrte und zeigte mir was er wollte.
Wir Menschen denken, dass die Tiere unseren Rhythmus lieben, unsere Vorstellungen von Zusammenleben teilen. Reden über artgerechtes Halten. Halten...... ist schon verkehrt im Zusammenhang mit Artgerecht. Katzen brauchen uns nicht...eher wir brauchen die Katzen. Nicht nur als Mäusefänger, sondern auch für unsere Seele. Es sind Nachttiere, die sich selber versorgen können. Allerdings trifft es bestimmt auch für viele Katzen zu, das sie Menschen brauchen für ihre Seele.
In meiner Truppe gibt es Katzen die sich ihre Menschen ausgesucht haben. Das sind die Wollknäuele über die man dauernd fällt und schon als Baby ihre Krallen in die Beine schlagen um nach oben zum Futter zu kommen. Sind sie nicht süüüüßßßßß.....Da sind Katzen die spüren wenn es einem nicht gut geht und sich schnurrend ankuscheln.
Viele hier kennen die Geschichte von Charly. Er kam weil er total am Ende war. Hungrig, müde und kaputt. War immer lieb und hat es auch genossen. Doch als es ihm besser ging, lockte ein Weibchen, die Natur, das Jagen? Wer weiß....
Da gab es den schwarz/weißen Kater der eine böse Wunde hatte. Nachdem es ihm besser ging, ging auch er.
Oder der schöne Graue, der uns alles voll gestunken hat. Beim ersten Weibchen in zig Kilometer Entfernung war er weg! Er ist mir leider durch die Lappen gegangen....
Mapatsche, der an einen Waschbär erinnerte. Auch er hatte offene Wunden. Nach meiner AB Kur war er nicht mehr gesehen.
Vielleicht mögen sie nur meine Wurmkur nicht. Denn die bekommen alle die ich erwischen kann.
Sissi, die sich Herrn Difi an den Hals geschmissen hat, zottelte nach ein paar Wochen weiter. Die vielen Katzen und Hunde gingen ihr auf den Keks.
Dann die Eule..auch Bella genannt. Sie ist was Besonderes. Kennen uns von ersten Tag an. Hat als erwachsene Katzenmutter mit Babys im Garten von gegenüber gelebt. Sie war damals echt geschafft. Ich päppelte sie auf. Was nicht ganz einfach war, da sie mit Menschen nichts am Hut hatte. Da man weiß, dass Katzen die in den ersten 7 Wochen keinen Kontakt mit Menschen hatten es auch nicht mehr schaffen sich zu integrieren, habe ich es auch bei der Außenstation belassen. Ihre Jungen wurden zum Teil bei den Nachbarn unter gebracht und Bella wurde kastriert. Dachte nun schaut sie mich gar nicht mehr an. Pustekuchen...sie tauchte überall auf. Aber so richtig ins Haus wollte sie nie. Bekam ein Halsband zum Zeichen das sich jemand um sie kümmert.Haben eine seltene Übereinkunft geschlossen.Wenn sie es will, ist sie da. Überwintert sogar im Nebengebäude. Bringt meinen Jungkatzen das Jagen bei und schmust manchmal mit mir. Hat lange gedauert bis ich sie anfassen durfte...nun kann ich sie auf den Arm nehmen. Aber sie ist oft tagelang weg. Bringt mir Geschenke, in Form von zerlegten Mäusen und Ratten. Das ist sicher Liebe.
Alle Begegnungen mit diesen Wesen ist eine Bereicherung. Lache über die Babys mit ihrem Übereifer, Mogli, wie er immer versucht sich auf meinen Bauch zu robben. Rama, Raschka, Shirkhan die den "Montedifi" erstürmen. Auf dem Bauch haben ja auch einige Platz. Shanti, die beim Vorbeigehen einen festhält und ein Küsschen gibt. Kann natürlich sein, dass sie nur wissen will welchen Wein man gerade getrunken hat.
Werde versuchen in Zukunft noch offener ran zu gehen. Mache eine neue Außenstation für den nächsten Winter fertig. Eine sturmsicherer Ecke. Vielleicht entsteht eine Krankenstation im Kleinen. Mal sehen. Die Zukunft wird es zeigen was benötigt wird.
Das nächste Thema...eine Lebendfalle......denn Kastration sollte an oberster Stelle stehen. Aber auch wenn man einen Arzt braucht bei Tieren die wirklich wild sind.



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