Seiten

Samstag, 15. Juni 2013

Sträflinge in Peru brechen Rekord im Knast-Synchrontanz


Aerobic mit 1200 Insassen von Hochsicherheitsgefängnis

Hinter den grauen Mauern des Hochsicherheitsgefängnisses Lurigancho in Perus Hauptstadt Lima hat am Freitag ein buntes Treiben geherrscht: Rund 1200 Insassen der berüchtigten Anstalt brachen nach Angaben der Veranstalter den Weltrekord im Synchrontanzen für Gefängnisinsassen. Im Innenhof der Anstalt im Osten der peruanischen Hauptstadt übten sich die Häftlinge zu Rock- und Merengue-Klängen im "Full Body", einem in Lateinamerika beliebten Aerobic-Tanz. Positiver Nebeneffekt: Drogenkonsum und Gewalt sind in der Anstalt seit Beginn der Tanzübungen drastisch zurückgegangen.



Unter den 1200 tanzenden Schwerverbrechern waren nach Angaben von Aerobic-Trainer Roger Romero auch viele Häftlinge aus Venezuela, Ecuador und Kolumbien. Mit 1200 Teilnehmern sei der bisherige Rekord einer Haftanstalt auf den Philippinen gebrochen worden, sagte Romero, der den Gefangenen seit vier Monaten Tanzunterricht erteilt.

Die Insassen der 20 Gefängnisbaracken traten in Gruppen zu je sechzig Teilnehmern auf, jede Gruppe mit eigenem Trikot. Hinter den grauen Mauern des Hochsicherheitsgefängnisses bot die bunte Choreografie einen grellen Kontrast zu den grauen Gefängnismauern, wie ein AFP-Reporter beobachtete.

Neben dem neuen Rekord hatte die Übung für die Gefängnisleitung auch einen ganz konkreten Nutzen: In der mit mehr als 9000 Insassen überfüllten Anstalt sind Gewaltakte und der Konsum von Drogen seit Beginn der Tanzübungen nach Angaben der Gefängnisleitung drastisch zurückgegangen. "Es handelt sich um eine echte Therapie", sagte Gefängnisdirektor Tomás Garay der Nachrichtenagentur AFP. Sein Gefängnis habe als eines der gefährlichsten des Landes gegolten. "Aber das Verhalten der Gefangenen hat sich mit 'Full Body' verändert."

AFP

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen